Späth kritisiert Rabattverträge

Pro Generika: „Lieferengpässe lassen sich nicht verbieten!“ APOTHEKE ADHOC, 13.02.2020 12:03 Uhr

Mit welchen politischen Maßnahmen dem Problem wachsender Lieferengpässe beigekommen werden kann, ist seit Monaten Gegenstand leidenschaftlicher Debatten. Viele Leistungserbringer sehen vor allem das Rabattvertragssystem als Hauptschuldigen, die Krankenkassen widersprechen da. Erst am Montag hatte der GKV-Spitzenverband ein von ihm selbst in Auftrag gegebenes Gutachten des Instituts der Gesundheit Österreich zum Thema veröffentlicht. Das hatte sich verschiedene europäische Märkte angeschaut und kam zu dem Schluss: Engpässe gibt es auch ohne Rabattverträge. Es sei umgekehrt sogar so, dass rabattierte Arzneimittel tendenziell seltener fehlen. Statt auf ein Ende der Rabattverträge pochen die Kassen deshalb auf Meldepflichten – auch für Apotheken.

Der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie hatte umgehend gekontert. „Betrachtet man das Problem tiefgehender und mit dem Fokus auf Deutschland, dann wird das Gegenteil deutlich: Nach der Scharfschaltung der Arzneimittel-Rabattverträge im Jahr 2007 ist im rabattvertragsgeregelten Markt eine Marktkonzentration eingetreten, die die Arzneimittelversorgung massiv beeinträchtigt“, erklärte Hauptgeschäftsführer Dr. Kai Joachimsen noch am selben Tag.

Ebenfalls aufseiten der Rabattvertragsgegner stehen die Großhändler. Ähnlich wie Späth am Mittwoch hatte Gehe-Chef Dr. Peter Schreiner vorvergangene Woche davor gewarnt, die Großhändler mit Disziplinarmaßnahmen wie erhöhter Lagerhaltungspflicht zu belegen. Die wären wirkungslos, würden Mehrkosten in Millionenhöhe verursachen und könnten zu „Hamsterkäufen“ führen, die die Engpasssituation sogar noch verschärfen würden, so Schreiner. Auch er plädierte dafür, stattdessen die Rabattverträge anzupassen.

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