Wie kommt das eRezept in die Apotheke?

Das Kry-Experiment APOTHEKE ADHOC, 20.12.2019 10:20 Uhr

Berlin - Mit Kry ist ein neuer Big Player auf den deutschen Telemedizin-Markt gestoßen – der noch dazu mit DocMorris kooperiert. Patienten können sich am Handy behandeln und eine elektronische Verordnung ausstellen lassen, um sie in einer Apotheke vor Ort einzulösen – oder sie zu DocMorris zu schicken. Geht das wirklich? Wie kommt das eRezept in die Apotheke? Wir haben es einfach mal selbst versucht: Mit echter Identität und vorgetäuschter Krankheit haben wir uns ein Rezept ausstellen lassen, um es in einer Vor-Ort-Apotheke einzulösen. Doch so einfach ist das gar nicht.

Die Anmeldung läuft schon mal unkompliziert. Es müssen Name, Geburtsdatum, Adresse, Telefonnummer und E-Mail-Adresse angegeben werden. Daraufhin wird man gefragt, wo man krankenversichert ist – und zwar mit dem Hinweis, dass man nur bei einer privaten Krankenversicherung die Erstattung der Kosten beantragen kann. „Wenn du gesetzlich krankenversichert bist, kannst du zwar mit einem Arzt sprechen, erhältst aber keine Kostenerstattung für den Termin.“ Wir klicken auf „Versicherung überspringen“.

Daraufhin wird der nächstmögliche Termin angezeigt. Es ist 16.12 Uhr und wir können einen Termin um 16.20 Uhr buchen – was wir auch tun. Die Kry-App fragt uns: „Wobei können wir dir helfen?“ Von A wie Akne bis V wie Verstopfung werden zahlreiche Beschwerdebilder angezeigt. Wir haben einen Harnwegsinfekt und klicken auch darauf. Es erscheint ein Warnhinweis, der auf das konkrete Beschwerdebild zugeschnitten scheint: „Wichtig zu wissen: Lass dich in einer Arztpraxis oder beim Notarzt behandeln, wenn du Fieber oder wiederkehrende starke Schmerzen hast, oder wenn du vor kurzem am Bauch operiert wurdest.“

Wir klicken auf weiter und werden gefragt, wie lange die Harnwegsinfektion schon besteht – einen bis zwei Tage. Im nächsten Fenster sollen wir zutreffende Symptome auswählen: Wir haben ein Stechen und Brennen beim Wasserlassen, häufigeres Wasserlassen als sonst und Blut im Urin. „Nimmst du zurzeit irgendwelche Medikamente?“ und „Bist du auf irgendwelche Medikamente allergisch?“, fragt die App uns. Auch ob wir in den letzten drei Monaten ungeschützten Geschlechtsverkehr mit wechselnden Partnern hatten, will Kry wissen – aber wir leben monogam und verhüten vorbildlich. Und dann will Kry noch wissen, ob der Arzt unsere Patientenakte einsehen darf. Natürlich darf er das. Erst als diese Schritte abgeschlossen sind, können wir unsere Buchung bestätigen. Alles dauerte nur etwas mehr als eine Minute. Es ist 16.13 Uhr und wir beginnen zu warten.

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