E-Rezept: DocMorris schnappt sich Tele-Ärzte

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Berlin - Erst die Fach- und Hausärzte, dann die Telemediziner: DocMorris kooperiert mit dem europäischen Branchenprimus Kry. Der stößt auf den deutschen Markt und will auch hierzulande Marktführer werden – entsprechend viele Verordnungen will Strategievorstand Max Müller von den Ärzten des schwedischen Unternehmens abgreifen. Das Konzept: Der Patient erhält von der Sprechstunde bis zum Medikament alles aus einer App. „Damit machen wir einen weiteren Schritt zum vollversorgenden Gesundheitsanbieter“, kündigt CEO Olaf Heinrich an.

Die Kooperation ermögliche „einen vollständigen digitalen Versorgungsprozess des Patienten ohne Medienbruch: von der telemedizinischen Diagnose durch den Arzt bei Kry bis zur pharmazeutischen Prüfung, Beratung und der Dispensierung des verordneten Arzneimittels“, so Heinrich. Zentraler Bestandteil ist dabei das E-Rezept: Nachdem der Arzt es ausgestellt und mit einer qualifizierten elektronischen Signatur versehen hat, kann der Patient demnach in der App auswählen, bei welcher Apotheke er die Verordnung einlösen möchte. Entscheidet er sich für DocMorris, fügt der Kunde seine deutsche Lieferadresse hinzu und übermittelt das E-Rezept aus der Kry-App direkt an den Versender.

Die Übertragung der digitalen Verordnung soll im Laufe des ersten Quartals 2020 über die technische Lösung von eHealth-Tec erfolgen – der Zur-Rose-Tochter, die auch am E-Rezept-Projekt der Techniker Krankenkasse beteiligt ist. Aktuell würden die dafür notwendigen Schnittstellen erstellt, so DocMorris. Eine Bevorzugung oder gar Zuweisung an den Versender will Kry damit nach eigener Aussage aber nicht forcieren. „Mit Kry kann jeder Patient wählen, auf welchem Weg er sein Rezept einlösen möchte“, erklärt Kry-Deutschlandchefin Dr. Christina Koehn. „Für viele Deutsche ist das der Gang in die Apotheke, andere lassen sich ihr Medikament lieber zuschicken.“

Bei den Ärzten, die die Videosprechstunden abhalten, handle es sich ausschließlich um in Deutschland zugelassene Fachärzte, teilte das Unternehmen mit. Neben Haut- und Erkältungskrankheiten könnten auch saisonale Symptome wie Pollenallergien diagnostiziert werden, auch ohne eine körperliche Untersuchung, ist Dr. Monika Gratzke sicher. „Insgesamt gehen wir davon aus, dass perspektivisch rund die Hälfte der Arztbesuche in der Allgemeinarztpraxis auch digital verlaufen können“, so die ärztliche Leiterin von Kry Deutschland.

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