E-Rezept: Teleclinic klagt über Vor-Ort-Apotheken

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Berlin - Teleclinic bietet den Kunden mehrerer privater Krankenversicherer bereits seit vergangenem Jahr ein eigenes E-Rezept an. In Kooperation mit Apotheken.de hat das Münchner Start-up sein Modell mittlerweile bundesweit ausgerollt. Obwohl die rechtliche Situation nach wie vor offen ist, lassen die Aufsichtsbehörden der Bundesländer den Telemedizin-Anbieter gewähren – das E-Rezept kommt sowieso. Nur die Vor-Ort-Apotheken machen noch nicht so mit, wie Teleclinic-Geschäftsführerin Katharina Jünger sich das wünscht. Deshalb bandelt das Münchner Start-up nun auch mit einer Versandapotheke an.

„Unsere Lieblingslösung wäre es, dass alle Vor-Ort-Apotheken in Deutschland mitmachen“, sagt Jünger. Doch so einfach scheint das nicht zu sein. Denn ihr Unternehmen will zwar nach eigenen Angaben die Apotheken vor Ort stärken, stößt bei der Suche nach Partnern aber auf erheblichen Widerstand. „Viele Apotheken haben sich gewehrt, was sehr schade ist“, sagt Jünger. Beim Deutschen Apotheker Verlag, der hinter Apotheken.de steht, sieht man das nicht ganz so düster. „Die allermeisten Apotheken nehmen teil. Es sind wenige, die nicht dabei sind“, sagt ein Sprecher. „Die meisten waren begeistert, lediglich einige haben Bedenken rechtlicher Art, die aber wohl nicht berechtigt sind.“

Denn Teleclinic sieht sich als Vorreiter. Bereits vergangenes Jahr war das Unternehmen vorgeprescht und hatte seine eigene E-Rezept-Lösung für Privatpatienten auf den Markt gebracht: Per App kann dort ein vom Teledoc ausgestelltes E-Rezept direkt auf das Handy gesendet werden. „Da ploppt dann eine Deutschlandkarte auf und zeigt mir an, wo die nächste Apotheke ist, in der ich mein Rezept einlösen kann“, erklärt Jünger. Die Voraussetzung dafür, dass das nun bundesweit geht, war auch Klinkenputzen bei den Aufsichtsbehörden: In allen Bundesländern sei man vorstellig geworden und habe vorgefühlt, wie es denn mit §48 Arzneimittelgesetz (AMG) aussieht, erzählt sie.

Denn zwar haben bis auf Brandenburg bereits alle Ärztekammern dahingehende Änderungen in ihren Berufsordnungen beschlossen. Aber formal verbietet Paragraph §48 AMG weiterhin die Ausstellung von Rezepten im Zuge telemedizinischer Behandlungen. Im Rahmen des Modellprojekts der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg (KV) hatte Landessozialminister Manfred Lucha (Grüne) jedoch eine Ausnahmeregelung geschaffen. Damit war im Ländle der Weg frei. Dass der Paragraph in anderen Bundesländern trotzdem noch voll angewendet wird, wäre für Teleclinic angesichts des Tatendrangs, der Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) bei der Digitalisierung im Gesundheitswesen antreibt, ein „Anachronismus“, sagt Jünger.

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