Mit Rabattsperre für EU-Versender

DAV fordert Monopol für E-Rezept

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Berlin -

Beim DAV-Wirtschaftsforum Anfang Mai hatte DAV-Chef Fritz Becker entgegen früheren Aussagen die Entwicklung einer eigenen App für ein E-Rezept angekündigt. Jetzt geht der DAV noch einen Schritt weiter: Der wirtschaftliche Dachverband der Apotheker fordert von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) ein Monopol für das E-Rezept. Verbieten will der DAV über seine Exklusiv-App dann außerdem Rx-Boni und Sonderangebote.

„Nach der Vorstellung des DAV ist die Verwaltung des E-Rezepts durch den Patienten ein gesetzlich zu schützendes, individuelles Recht, das nicht, schon gar nicht durch rein monetäre Interessen, beeinflusst oder manipuliert werden darf“, heißt es auf der DAV-Internseite „dav-app.de“. Die neutrale, wettbewerbs- und diskriminierungsfreie Ausrichtung solle ermöglichen, „dass die offizielle App der deutschen Apothekerschaft zukünftig exklusiv die staatliche Aufgabe übertragen bekommt, für alle Patienten zur Entgegennahme, Ansicht und Übergabe von E-Rezepten zu fungieren“.

Auf der Internetseite fordert der DAV dazu auf, dass sich möglichst viele Apotheken bereits jetzt für die DAV-App registrieren, um dem Anliegen politischen Nachdruck zu verleihen. In seiner Erläuterung zum Monopolanspruch wird der DAV noch deutlicher: Jeder, der eine solche App entwickele und betreibe, verfolge Ziele. Während der DAV das Ziel verfolge, maximale Wettbewerbsneutralität und eine gleichberechtigte Einbindung aller Apotheken zu erreichen – und eben keine vorrangigen wirtschaftlichen Interessen verfolge –, sei „fraglich, welche Ziele andere im Blick haben“.

Aus diesem Grund wolle der DAV eine überwiegende Anzahl an Apotheken in der neuen Anwendung vereinen. Die DAV-App werde konsequent neutral, wettbewerbsfrei und ohne Steuerung oder Lenkung von Patienten betrieben. Folge man diesem Weg nicht und lasse freien Wettbewerb um den Betrieb von Plattformen für elektronische Verschreibungen zu, „wird die weitere Entwicklung zu Lasten der Patienten ebenso wie zu Lasten der einzelnen Vor-Ort-Apotheken erfolgen“.

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