Zava und Shop-Apotheke: „Hunderte E-Rezepte am Tag“

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Berlin - Telearzt und Plattformapotheker: Viele Kollegen fragen sich, ob sie sich bei einem Modell einschreiben sollen, bevor es zu spät ist. Doch abgesehen von der Frage, ob Videosprechstunden und Vorbestellportale tatsächlich eine wesentliche Rolle spielen werden: Dass es eine Art digitalen Gebietsschutz und damit dauerhaft getrennte Lager geben wird, darf bezweifelt werden. Einerseits sehen Richter bereits das Zuweisungsverbot tangiert, andererseits kann es sich wohl kein Plattformbetreiber leisten, bestimmte Anbieter auszuschließen. Bereits jetzt sind die Grenzen verschwommen: Der Telemedizin-Anbieter Zava etwa sitzt mit Noventi im Boot – betreibt gleichzeitig aber eine Kooperation mit der Shop-Apotheke, die dem Holland-Versender nach eigenen Angaben hunderte E-Rezepte pro Tag in die Kassen spült. Die Ausgestaltung solcher Kooperationen wird wohl weiter die Gerichte beschäftigen.

„Ganz gleich, ob Frauengesundheit, Männergesundheit, Reisemedizin, Innere Medizin oder Allgemeinmedizin – Zava behandelt aktuell rund 30 medizinische Indikationen und bietet Ihnen einen sicheren und komfortablen Weg Ihre verschreibungspflichtigen Medikamente ohne Besuch in einer Arztpraxis zu erhalten.“ Dieser Werbetext stammt nicht von Zava selbst, sondern ist derzeit auf der Internetpräsenz der Shop Apotheke zu finden. Eine Apotheke wirbt für also für eine (Online-)Arztpraxis, bei der das Rezept zum gewünschten Medikament erhältlich ist. Ist das rechtens?

Eigentlich ist §11 Apothekengesetz in dem Fall recht eindeutig: Demnach dürfen Apotheken „mit Ärzten oder anderen Personen, die sich mit der Behandlung von Krankheiten befassen, oder mit Dritten keine Rechtsgeschäfte vornehmen oder Absprachen treffen, die eine bevorzugte Lieferung bestimmter Arzneimittel, die Zuführung von Patienten, die Zuweisung von Verschreibungen oder die Fertigung von Arzneimitteln ohne volle Angabe der Zusammensetzung zum Gegenstand haben“, heißt es da. „Dies gilt auch für Rechtsgeschäfte oder Absprachen, die die Einlösung elektronischer Verordnungen zum Gegenstand haben.“ Erst vergangenen Freitag betonte das Landgericht Aschaffenburg, dass auch Telemedizin-Anbieter wie Teleclinic als reine Vermittler an das Zuweisungsverbot gebunden sind.

Bei Shop-Apotheke sieht man die Kooperation als Erfolg, betont aber, dass eine Zuweisung nicht vorliege: „Wir wickeln jetzt schon jeden Tag hunderte von elektronischen Rezepten ab, die von Zava kommen“, erklärte CEO Stefan Feltens am Donnerstag bei der Verkündung der Quartalszahlen. „Ich möchte aber betonen, dass der Kunde im Rahmen seiner Customer Journey die Möglichkeit hat, selbst zu wählen, wohin er seine Rezepte schicken will. Die gehen zu einem großen Teil an Shop-Apotheke, aber auch an andere Versandapotheken und Apotheken vor Ort.“

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