Vektorimpfstoffe: Thrombosen durch lösliche Proteine

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Berlin - Mittlerweile haben beide zugelassenen Vektorimpfstoffe einen Rote-Hand-Brief aufgrund seltener thromboembolischer Nebenwirkungen erhalten. Hier geht es vor allem um Sinusvenenthrombosen bei gleichzeitig vorliegender Thrombozytopenie. Wissenschaftler versuchen, eine Erklärung für diese unerwünschten Ereignisse zu finden. Die Ursache könnte in der Impfstofftechnologie liegen.

Die Fälle, in denen Betroffene eine Sinusvenentrhombose entwickelten, traten zumeist 4 bis 14 Tage nach der ersten Impfung auf. Diese Nebenwirkungen waren in den meisten Fällen mit einer Thrombozytopenie verbunden und ähnelten somit der bekannten Heparin-induzierten Thrombozytopenie (HIT). Bislang konnten Forscher keinen genauen Grund ausmachen.

So bezog sich die Deutsche Gesellschaft für Neurologie Mitte März noch auf die Erkenntnisse, die man bei Infizierten sammeln konnte: „Soweit man das bislang sagen kann, ist es so, dass es im Rahmen der Covid-19-Erkrankung zu einer massiven Hochregulation des Immunsystems kommt – dem sogenannten Zytokinsturm. Und im Rahmen dessen kann eine erhöhte Gerinnungsneigung des Blutes und damit eine erhöhte Thromboseneigung auftreten. Und so kommt es zu Thrombosen nicht nur in den peripheren Venen und in den Lungen, sondern selten auch in den Hirnvenen. Die venösen Thrombosen im Gehirn entstehen vermutlich vor Ort. Eine lokale Entzündung am Endothel – also der Gefäßwand – kann eine Thrombosebildung begünstigen. Bei der Covid-19-assozierten Sinusvenenthrombose ist es wahrscheinlich so, dass die allgemein erhöhte Thromboseneigung im Rahmen der Infektion ursächlich ist.“

Ursache liegt in der Technologie

Nun nehmen Wissenschaftler an, dass das Problem in der Vektor-Technologie an sich liegt. Die Art und Weise, wie der Körper zur Bildung von Antikörpern angeregt wird, soll zur Entstehung der Thrombosen führen. Vektorimpfstoffe gelangen, anders als die mRNA-Imfpstoffe, in das Innere des Zellkerns. Dort wird das Antigen durch „DNA-Information“ produziert. Doch neben der Produktion des benötigten Antigens scheint es auch zur Synthese von anderen Proteinen zu kommen. In diesen Varianten könnte die Ursache für die thromboembolischen Ereignisse liegen.

Anders als bei mRNA-Imfpstoffen, bei denen die Impfstoffsuspension nur ins Zytosol und anschließend in die Ribosomen gelangt, wo die mRNA direkt zur Translation genutzt wird, dringt der Vektorimpfstoff zunächst in den Zellkern des Menschen ein. Der Zyklus des Adenovirus umfasst somit die Infektion der menschlichen Zelle, den Übertrag der DNA in den Zellkern und die anschließende Gentranskription in der Wirtszelle. Kurzum: Das Sars-CoV-2-Spike-Protein wird bei Impflingen, die mit einem Vakzin von AstraZeneca und Janssen geimpft wurden, innerhalb des Zellkerns transkribiert. Erst dann erfolgt die „Freigabe“ der mRNA ins Zytosol mit anschließendem „Ablesen“ der Information in den Ribosomen. mRNA-Imfpstoffe kommen ohne diesen zusätzlichen Schritt aus.

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