Indien impft mit DNA-Vakzin

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Berlin - Beim Anfang September zugelassenen Impfstoff ZyCov-D sind gleich zwei Dinge neu. Zum einen handelt es sich um den weltweit ersten zugelassenen Corona-DNA-Impfstoff, zum anderen ist die Impfung weder intramuskulär noch oral. Zur Applikation wird der nadelfreie Pharmajet Tropis Injektor benötigt.

Die DNA-Technologie bei Impfstoffen ist neu – zumindest in der Praxis. In der Forschung spielen DNA und RNA seit Jahren eine große Rolle, wenn es um die Entwicklung von neuen Vakzinen geht. In Indien wird nun erstmals ein DNA-Vakzin pandemisch verimpft. ZyCoV-D, so der Name des Präparates, wurde mittels Notfallzulassung für die Anwendung ab 12 Jahren zugelassen. Der Hersteller ist das indische Pharmaunternehmen Zydus Cadila.

Enthalten ist Plasmid-DNA. Anders als mRNA-Impfstoffe müssen DNA-Impfstoffe bis in den Zellkern vordringen, um eine Immunantwort zu erzeugen. Erst dort wird die eingebrachte DNA in mRNA umgeschrieben, sodass das Spike-Protein gebildet werden kann. Grob lässt sich sagen, dass die DNA-Impfstoffe ähnlich arbeiten wie die mRNA-Imfpstoffe – lediglich mit einem Zwischenschritt. Und genau dieser gerät in Kritik. Durch das Eindringen in den Zellkern befürchten Skeptiker Folge- oder Langzeitschäden.

Die Wirksamkeit und das Sicherheitsprofil wurden im Rahmen einer multizentrischen, randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Phase-I/II-Dosiseskalationsstudie an über 1000 Proband:innen getestet. Als Basis für die Notfallzulassung dienen die Zwischenergebnisse der randomisierten, multizentrischen, doppelblinden, placebokontrollierten Phase-III-Studie mit rund 28.000 Teilnehmern.

Neu ist auch die Art der Verabreichung. Mittels Drucks wird die Flüssigkeit direkt unter die Haut befördert. Dies ist mit Hilfe des nadelfreien Systems Tropis möglich. In den USA hat das Hilfsmittel bereits eine Zulassung für Grippeimpfstoffe durch die FDA erhalten. Die Applikation soll einfacher und weniger schmerzhaft als eine Injektion sein. Bislang muss das Vakzin dreimal im Abstand von vier Wochen verabreicht werden. In Zwischenergebnisse zeigt der Impfstoff eine Wirksamkeit von 67 Prozent.

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