Mit Kopfschmerzen zum Augenarzt

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Berlin - Ärzt:innen und auch Apotheker:innen und PTA sollen im Rahmen der Impfaufklärung und -beratung auch auf die möglichen Anzeichen einer Thrombose und im Speziellen einer Hirnvenenthrombose hinweisen. Nun können sie den Patienten noch einen weiteren wichtigen Tipp mit an die Hand geben: Bei anhaltenden Kopfschmerzen und Verdacht auf ein Blutgerinnsel im Gehirn ist der Augenarzt eine gute Anlaufstelle.

Der Zusammenhang zwischen dem AstraZeneca-Impfstoff Vaxzevria und aufgetretenen Thrombosen wurde von der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) bestätigt. Wie bereits vom Robert-Koch-Institut (RKI) und der EMA berichtet, liegt ein besonderes Augenmerk auf Frauen unter 55 Jahren mit Symptomen wie Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit und Erbrechen oder Krampfanfällen, die etwa 5 bis 14 Tage nach der Impfung auftreten. Bei Nebenwirkungen, die länger als drei Tage nach erfolgter Impfung anhalten oder neu auftreten, sollte eine weitere ärztliche Diagnostik zur Abklärung einer Thrombose erfolgen. Und diese könnte auch beim Ophthalmologen durchgeführt werden. Auch bei der Entwicklung von punktförmigen Einblutungen, sogenannten Petechien oder Hämatomen sollte eine Abklärung der Gerinnungseigenschaften des Blutes erfolgen.

Nun informiert die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) darüber, dass Augenärzte ebenfalls Hirnvenenthrombosen diagnostizieren können. Eigentlich werden für die Diagnostik CT- oder MRT-Untersuchungen benötigt, oftmals mit gleichzeitiger Angiographie. Der Ophthalmologe untersucht den Augenhintergrund. Sind zeitnah keine Termine für ein CT oder MRT frei, so rät der Neuroophthalmologe Dr. Helmut Wilhelm zur Vorstellung beim Augenarzt. Insbesondere Patienten mit Übergewicht, Gerinnungsstörungen oder anderen Risikofaktoren sollten nicht zu lange mit der weiterführenden Diagnostik warten. Je früher eine Hirnvenenthrombose erkannt wird, desto besser die Behandlungschancen.

Der Augenarzt untersucht den Augenhintergrund mittels Augenspiegel. Im Fokus der Untersuchung stehen sogenannte Stauungspapillen. Diesen Ödemen liegt meist ein intrakranieller Druckanstieg zugrunde. Der Blutabfluss ist eingeschränkt. Zu Beginn sind Sehschärfe und die Pupillenreaktion auf Licht für gewöhnlich normal. Im weiteren Verlauf kann sich dies ändern. Der Augenarzt wird den Patienten bei bestätigtem Verdacht auf eine Hirnvenenthrombose in eine Klinik überweisen.

Die Behandlung richtet sich nach der Ursache: Kommt die Corona-Impfung als Auslöser in Betracht, so kann unter Umständen mit Heparinen oder Immunglobulinen behandelt werden. Da es sich bei einer Hirn- und Sinusvenenthrombose um eine Form des Schlaganfalls handelt, sei mindestens die Behandlung auf einer Stroke Unit erforderlich.

 

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