Sinusvenenthrombosen: Wie können Patienten behandelt werden?

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Berlin - Der Zusammenhang zwischen dem AstraZeneca Impfstoff Vaxzevria und aufgetretenen Thrombosen wurde von der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) bestätigt. Dennoch soll es keine Einschränkungen geben, da der Nutzen die Risiken einer Covid-Erkrankung überwiegt. Doch wie können Patienten mit Verdacht auf Hirnvenen- und Sinusvenenthrombosen (CVST) versorgt werden? Die Deutsche Gesellschaft für Neurointensiv- und Notfallmedizin (DGNI) klärt in einer Stellungnahme auf.

„Der Covid-19-Impfstoff von AstraZeneca sorgt wegen möglicher Nebenwirkungen wie Hirnvenen- und Sinusvenenthrombosen für Verunsicherung“, erklärt die DGNI. Da einige dieser Fälle sehr schwerwiegend verlaufen und lebensbedrohlich sein können, gibt sie nun offizielle Empfehlungen bekannt. „Zwar ist noch nicht gänzlich zu verstehen, warum eine Impfungs-assoziierte Thromboseneigung vor allem die Hirnvenen betreffen sollte oder warum deutliche regionale Unterschiede (z.B. kaum erhöhtes Auftreten in UK) zu bestehen scheinen, aber dies kann auch in Unterschieden im Bewusstsein, des Alters der geimpften Bevölkerung, der Symptomerkennung und der diagnostischen Aktivität begründet sein“, erläutert die Fachgesellschaft.

Als möglicher Pathomechanismus wird derzeit eine „vakzineinduzierte prothrombotische Immunthrombozytopenie“ (VIPIT) vermutet: Dabei werden durch die Impfung immunvermittelt Antikörper gegen Thrombozytenantigene gebildet. „In Analogie zur Heparin-induzierten Thrombozytopenie (HIT) kann es so Fc-Rezeptor-vermittelt zu einer Thrombo­zy­tenaktivierung und Thrombose kommen“, erläutert Julian Bösel, Präsident der DGNI.

Frauen unter 55 und eindeutige Symptome im Fokus

Wie bereits vom Robert-Koch-Institut (RKI) und der EMA berichtet, liegt ein besonderes Augenmerk auf Frauen unter 55 Jahren mit Symptomen wie Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit und Erbrechen oder Krampfanfällen, die etwa 5-14 Tage nach der Impfung auftreten. Auch die Gesellschaft für Thrombose- und Hämostaseforschung (GTH) hat vor einer Woche bereits eine Stellungnahme herausgegeben, auf die sich die DGNI bezieht. „Bei Nebenwirkungen, die länger als drei Tage nach erfolgter Impfung anhalten oder neu auftreten, sollte eine weitere ärztliche Diagnostik zur Abklärung einer Thrombose erfolgen“, heißt es darin.

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