Vaxzevria erhält Rote-Hand-Brief

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Berlin - In den letzten Wochen wurde der Einsatz des Vektorimpfstoffes von AstraZeneca weitreichend diskutiert. Der Grund waren seltene Fälle spezieller Thrombosen. Ein kausaler Zusammenhang zwischen den Impfungen und dem Auftreten von Blutgerinnseln in Kombination mit Thrombozytopenie wird mittlerweile vom Paul Ehrlich-Institut (PEI) als plausibel angesehen. Nun folgt der Rote-Hand-Brief.

Ab kommender Woche soll Vaxzevria auch in den Arztpraxen verimpft werden. Die Stimmung zum Start der dezentralen Impfung ist gemischt – viele Patienten lehnen den Impfstoff ab, nicht nur wegen der teils heftigen Impfreaktionen. Zu ungewiss ist ihnen das Thromboserisiko.

In den vergangenen Wochen wurde viel über das Auftreten spezieller Blutgerinnsel im zeitlichen Zusammenhang mit der Impfung diskutiert. Zwischen Impfstopp und Wiederaufnahme der Immunisierung gab es zahlreiche Pressekonferenzen und Stellungnahmen seitens der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA), des Paul-Ehrlich-Institutes (PEI) und des Robert Koch-Institutes (RKI).

Der Zusammenhang zwischen der Impfung mit dem Vektorimpfstoff und dem Auftreten der Thrombosen gilt als gesichert. AstraZeneca informiert über diese seltene Nebenwirkung mittels Rote-Hand-Brief. „Obwohl solche Nebenwirkungen sehr selten sind, übertraf die Anzahl die erwartete Häufigkeit in der Allgemeinbevölkerung“, heißt es im Schreiben. Ärzt:innen, Apotheker:innen und sonstige Angehörige der Gesundheitsberufe sollen Aufklärungsarbeit leisten und über Symptome einer möglichen Thromboembolie oder Thrombozytopenie aufklären.

„Eine Kombination von Thrombose und Thrombozytopenie, in einigen Fällen einhergehend mit Blutungen, wurde sehr selten nach einer Impfung mit Vaxzevria beobachtet. Dies schließt schwere Fälle ein, die als venöse Thrombose in Erscheinung treten, einschließlich des Auftretens in ungewöhnlichen Bereichen, wie zum Beispiel zerebrale Sinusvenenthrombose, Venenthrombose im Splanchnikusgebiet sowie arterielle Thrombose, bei gleichzeitiger Thrombozytopenie. Einige Fälle hatten einen tödlichen Ausgang“, heißt es im Rote-Hand-Brief. AstraZeneca weist darauf hin, dass die meisten dieser Fälle innerhalb der ersten 14 Tage nach der Impfung aufgetreten sind. Die meisten Betroffenen waren weiblich und unter 60 Jahren. Weiter heißt es: „Bisher traten die gemeldeten Fälle nach Verabreichung der ersten Vaxzevria-Dosis auf. Die Erfahrungen nach der zweiten Dosis sind noch immer begrenzt.“

Um den genauen pathophysiologischen Mechanismus für das Auftreten dieser Ereignisse zu identifizieren werden nun mehrere Studien durchgeführt. Das Ziel: die genaue Bestimmung des Risikoausmaßes.

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