PTA-Schüler finden schwer Praktikums-Apotheken | APOTHEKE ADHOC
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PTA-Schüler finden schwer Praktikums-Apotheken

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Berlin -

Apotheken suchen händeringend Personal. Gleichzeitig beklagen PTA-Schüler:innen, dass sie keine Praktikums-Apotheken finden. Wichtig bei der Wahl des Betriebs ist den angehenden PTA unter anderem eine gute Atmosphäre im Team.

Boris Abramov absolviert die PTA-Ausbildung an der Bernd Blindow Schule in Mannheim. Sein schriftliches Examen liegt bereits hinter ihm. Jetzt steht das sechsmonatige Praktikum an. Der praktische Teil ist vorgeschrieben und gehört zur Ausbildung dazu. Er bewarb sich in mehr als 100 Apotheken und fand letztlich über Beziehungen einen Platz. „Wegen des harten Lockdowns habe ich sehr viele Apotheken kontaktiert. Ich habe leider keine Zusage bekommen“, sagt er. Die Betriebe hätten ihre Teams nicht erweitern wollen. Trotz sehr guter Noten sei es schwer gewesen, unterzukommen.

Oft profitieren PTA-Schüler:innen von den Kontakten zu Apotheken, in denen sie ihr vierwöchiges Praktikum absolviert haben. Darauf konnte Melissa Schellenberg nicht zugreifen. „Die Apotheke musste schließen“, sagt sie. Sie fand mittlerweile einen Ersatz. Wichtig bei einer Apotheke ist ihr, dass das Arbeitsverhältnis familiär bleibe. Der Betrieb solle nicht zu groß sein. „Ich mag es, wenn man sich mit den Kollegen gut versteht.“ Es sei wichtig, sich unter die Arme zu greifen.

Nathalie Wolfgang kam über eine Biotechnologie-Ausbildung zum PTA-Beruf. „Labor ist voll mein Ding“, sagt sie. Mit der finanziellen Unterstützung der Fortuna Apotheke Wohlgelegen in Mannheim konnte sie die Ausbildung absolvieren. „Ich bin dafür unendlich dankbar.“ Sie sieht sich künftig im Sterillabor. Die Herstellung von Zytostatika sei mit am interessantesten. Sie könne sich auch eine Leitungsfunktion in diesem Bereich vorstellen. „Ich mag den direkten Kundenkontakt nicht, so kann ich Menschen auch helfen.“

Natascha Pace ist bereits PKA und überlegte lange, ob sie sich zusätzlich zur PTA ausbilden lassen wollte. Den entscheidenden Anstoß hätten ihre Chefin und das Team gegeben. „Ich hatte immer den Wunsch, mich weiter zu fördern“, sagt sie. Auch der 18-jährige Moritz Sonnenberg bereut die PTA-Ausbildung nicht. Im Gegenteil: In Mannheim konnte er gleichzeitig seine Fachhochschulreife nachholen. „So kann ich jetzt in der Apotheke arbeiten und wenn ich will, noch studieren gehen.“ Momentan sei die Industrie ein Ziel. „Ich habe Interesse an Biochemie.“

Auch Michael Werner erwarb die Fachhochschulreife. „Man hat sich eine schöne Grundlage für die berufliche Karriere geschaffen“, freut er sich. Eine Praktikums-Apotheke hat er bereits gefunden. „Ich kenne den Inhaber und komme gut mit ihm klar“, sagt er. Die Apotheke sei in der Nähe und gut erreichbar. Am Samstag findet die Abschlussfeier in Mannheim mit insgesamt 62 Absolvent:innen statt.

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