TI 2.0: Konnektoren werden wieder hinfällig

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Berlin - Die Telematikinfrastruktur (TI) ist noch nicht einmal warmgelaufen, da verkündet die Gematik bereits ihr Ende: Ab 2025 soll das heutige Modell wieder abgeschafft werden. Konnektoren, Kartenterminal, elektronischer Heilberufsausweis (HBA) und Institutionenkarte (SMC-B) sollen dann wegfallen, um die jetzige TI durch eine zeitgemäße „Arena für digitale Medizin“ zu ersetzen.

Im Juli soll es mit dem E-Rezept losgehen, ab Anfang 2022 ist es verpflichtend. Spätestens dann muss die TI auf Volllast fahren. Apotheken, Arztpraxen, Kliniken und andere Leistungserbringer sind dann allesamt über Konnektoren an die TI angeschlossen, wo sie sich mit HBS und SMC-B ausweisen. Ebenfalls im Jahr 2022 werden die ersten Zertifikate von bereits installierten Konnektoren ablaufen – und dann nicht mehr erneuert werden. Stattdessen sollen die Funktionen dieser Konnektoren laut Gematik durch eine noch nicht näher beschriebene „Übergangslösung“ ersetzt werden. Denn noch bevor überhaupt jede Apotheke einen Konnektor hat, sind die schon wieder Auslaufmodelle.

2025 soll das bisherige System schrittweise wieder abgeschafft und die Migration in die „TI 2.0“ durchgeführt werden. Denn die Gematik ist zur Erkenntnis gekommen, dass das System, das sie gerade implementiert, veraltet ist. „Die TI muss sich weiterentwickeln, denn sie basiert auf den Überlegungen, Designentscheidungen und Prämissen der 2000er-Jahre“, schreibt die Gematik in einem jüngst veröffentlichten Whitepaper, in dem sie die Fortentwicklung der TI skizziert.

Statt der in den letzten Jahren viel beschworenen „Datenautobahn“ soll das Gesundheitswesen künftig eine „Arena für digitale Medizin“ erst in Deutschland, dann in ganz Europa nutzen: Statt sich mit Konnektoren in ein geschlossenes Netz einzuwählen, soll ein gesichertes digitales Netzwerk über den normalen Internetzugang erreichbar sein. Statt sich dort wie heute mit HBA und SMC-B auszuweisen, soll eine „eID“ anwendungsübergreifende Versorgungsprozesse mittels Single Sign-on ermöglichen. Die Vorgaben für dieses „eID-System“ sollen noch dieses Jahr erarbeitet werden. „Es wird davon ausgegangen, dass die ersten eID-Systeme der Sektoren Ende 2021/ Anfang 2022 in Betrieb gehen. Organisatorische, technische und betriebliche Vorgaben für die Attestierung von Standorten und Endgeräten werden bis Ende 2021 festgelegt“, so die Gematik. Ein „föderiertes Identitätsmanagement nach einheitlichen Standards“ soll dann Verwaltungsaufwand und Missbrauch von Identitäten minimieren und die Möglichkeit bieten, sich auch außerhalb des TI-Kontexts für sektor- oder kassenspezifische Anwendungen auszuweisen.

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