Gretchenfrage: Wo soll der Konnektor stehen?

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TI-Anbindung: Wer hat den besten Konnektor?

Berlin - Die Zeit läuft: Bald müssen alle Apotheken an die Telematikinfrastruktur (TI) angebunden sein und der Markt dafür ist hart umkämpft. Als würde das noch nicht reichen, hatten die Arztpraxen die vergangenen zwei Monate mit einer massiven Störung der TI zu kämpfen – ein böses Omen für die Apotheker? Beim Lunchtreff von APOTHEKE ADHOC debattieren Pharmatechnik-Geschäftsführer Lars Polap, Red-Medical-Gründer Jochen Brüggemann und Rene Dunkel, Head of Sales TI bei der Compugroup Medical darüber, welche Vor- und Nachteile die unterschiedlichen Konnektoren-Konzepte haben und was die Apotheker in der TI erwartet.

„Die Apotheken haben verstanden, dass es jetzt zwingend notwendig ist, sich darum zu kümmern, denn es führt kein Weg daran vorbei, wenn man auch morgen weiterhin Rezepte in der Apotheke haben will“, bringt Polap die Bedeutung des Themas auf den Punkt. Unwillen oder Widerstände gegen die verordnete Digitalisierung will Pharmatechnik innerhalb der Branche bisher nicht ausmachen. „Ich kann keine grundsätzlich negative oder grundkritische Haltung bestätigen“, sagt Polap.

Dabei dürfte die Apotheker noch so einiges erwarten – zumindest steht das zu befürchten, wenn man sich den TI-Anschluss der Ärzteschaft anschaut. „Wenn man sagen würde, dass es bei den Apothekern flüssiger läuft, dann müsste man das begründen können“, sagt Brüggemann. „Das wird nicht so sein, auch weil die gesamte Konfiguration in der Apotheke identisch zu der in einer Arztpraxis ist.“ Und er sieht durchaus noch die Gefahr, dass sich nach den Ärzten auch die Apotheker mit schwerwiegenden TI-Problemen herumschlagen müssen. „So lange der Webfehler, den wir hier haben – ein zentraler Fehler, den die Gematik und die beteiligten Partner da produziert haben – sich wie ein Virus auf die entsprechenden Konnektoren ausbreiten und dann nur vor Ort behoben werden kann, so lange wird dieses Damoklesschwert über allem schweben.“

Denn die vergangenen zwei Monate hatte die Ärzteschaft mit einer massiven Havarie zu kämpfen: Aufgrund eines Konfigurationsfehlers waren rund 80.000 der 130.000 der mit Konnektoren ausgestatteten Arztpraxen nicht in der Lage, sich mit der TI zu verbinden – Brüggemann sieht darin ein Argument für seinen Ansatz, Konnektoren zentral zu hosten, statt dezentral in den Apotheken unterzubringen. Das sehen Polap und Dunkel natürlich gänzlich anders.

APOTHEKE ADHOC Debatte

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