Konnektorenstreit zwischen CGM und Red Medical geht weiter

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Berlin - Die Compugroup Medical (CGM) weist die Vorwürfe ihres Mitbewerbers Red Medical zurück, sie habe Apotheker in einem Werbeschreiben für ihren E-Health-Konnektor in die Irre geführt. Mehr noch: CGM wirft umgekehrt Red-Geschäftsführer Jochen Brüggemann vor, er habe jene Aussage entstellen wollen, um eine Retourkutsche für eine vorherige Abmahnung zu fahren und den Fall „werbetechnisch auszuschlachten“. CGM behalte sich nun „ausdrücklich das recht zur Gegenabmahnung vor“. Brüggemann gibt sich dennoch gelassen und zeigt sich zufrieden mit dem Ergebnis.

CGM und Red Medical üben sich weiter in Exegese: „Gemäß Fördervereinbarung erfolgt eine Rückerstattung aus der Finanzierungsvereinbarung ausschließlich bei Einsatz eines E-Health-Konnektors in der Apotheke“, heißt es in einem CGM-Schreiben an seine Kunden. Jener Werbebrief ging an eine unbekannte Zahl an Apotheken – CGM wollte sich auf Anfrage zur Verbreitung nicht äußern – und Mitbewerber Brüggemann sah darin eine Irreführung der Kundschaft zu seinen Ungunsten. Denn bereits im März erklärte der Deutsche Apothekerverein (DAV) im Rahmen seiner Refinanzierungsverhandlungen mit dem GKV-Spitzenverband, „dass eine Refinanzierung von Komponenten (insbesondere des Konnektors) auch möglich ist, wenn die Endgeräte nur mittelbar in der Apotheke angeschlossen werden“, wie es in einem Schreiben an die Geschäftsführer der Kammern und Verbände hieß.

Brüggemann erhielt deshalb nach eigener Aussage einige Anfragen von Apothekern: Er sage ihnen, sein Angebot werde erstattet, CGM wiederum schreibe nun indirekt, dass das nicht der Fall sei. Also setzte Brüggemann einen offenen Brief an CGM auf und forderte darin unter Androhung rechtlicher Schritte eine Richtigstellung und Unterlassungserklärung bis zum 3. August. Doch CGM gab nicht nach. Vielmehr erhielt Brüggemann am Montag ein Anwaltsschreiben, in dem das IT-Haus die Vorwürfe zurückweist und seinerseits Brüggemann vorwirft, die betreffende Aussage zu verdrehen.

„Die von Ihnen schon anderwärts werbetechnisch geschickt instrumentalisierte Thematik, ob nämlich die Hardware des E-Health-Konnektors auch physisch unmittelbar innerhalb der Räumlichkeiten der Apotheke installiert sein muss oder nicht, ist in dem von Ihnen angegriffenen Satz ganz offenkundig überhaupt nicht thematisiert“, heißt es in dem Brief.

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