Konnektoren-Krieg: CGM legt sich mit Red Medical an

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Berlin -

Kaum drei Wochen ist es her, dass sich Awinta öffentlich bei Red Medical entschuldigen musste, weil ein Außendienstler mit falschen Behauptungen hausieren ging, da liegt Red-Geschäftsführer Jochen Brüggemann schon im Clinch mit dem nächsten Wettbewerber. Die Compugroup Medical (CGM) hat in einem Rundschreiben an Apotheken behauptet, sie würden den Preis für den Anschluss an die Telematikinfrastruktur (TI) nur erstattet bekommen, wenn der Konnektor in der Apotheke installiert wird. Das Modell der Konnektorenfarmen von Red wäre demnach nicht erstattungsfähig. Das wollte Brüggemann nicht auf sich sitzen lassen. Er hat CGM eine Unterlassungsforderung zukommen lassen.

Bereits Anfang des Jahres, als es zu Unstimmigkeiten bei den Verhandlungen zwischen Deutschem Apothekerverband (DAV) und GKV-Spitzenverband über die Erstattung der TI-Anschlusskosten kam, stand die Frage nach der Erstattungsfähigkeit zentral gehosteter Konnektoren im Raum. „Nach dem derzeitigen Verhandlungsstand ist das Angebot der Firma Red Medical nicht von der Refinanzierungsvereinbarung erfasst“, schrieb der DAV damals – und stand mit dieser Meinung allein da. Kurz darauf musste er sich korrigieren. Mit einem Schreiben an die Geschäftsführer der Apothekerverbände und -vereine wies der DAV am 5. März explizit darauf hin, dass die Kosten für Konnektoren auch dann erstattet werden, „wenn die Endgeräte nur mittelbar in der Apotheke angeschlossen werden. Entsprechend sind die Angebote unter Nutzung von Rechenzentrums-Konnektoren (u.a. auch das Angebot von der Firma Red Medical) refinanzierungsfähig.“

Entweder war das Rene Dunkel, TI-Vertriebschef bei CGM, nicht bekannt oder er wollte Apotheken davon abhalten, bei der Konkurrenz zu buchen. Oder aber er hat das Schreiben gar nicht richtig gelesen, das mit seiner Unterschrift an die Apotheken verschickt wurde. Jedenfalls kann man die darin enthaltene Aussage nicht auf zwei Arten interpretieren: „Gemäß Fördervereinbarung erfolgt eine Rückerstattung aus der Finanzierungsvereinbarung ausschließlich bei Einsatz eines E-Health-Konnektors in der Apotheke“, heißt es in dem Werbeschreiben für den CGM-Konnektor, das APOTHEKE ADHOC vorliegt.

„Ich kann mir nicht erklären, wie das zustande kam“, sagt Red-Geschäftsführer Brüggemann. „Solche Rundschreiben lösen bei mir Unverständnis und Kopfschütteln aus.“ Also setzte er sich an den Computer und schieb – wie schon zuvor bei Awinta – einen offenen Brief an CGM.

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