Lieferengpässe

Statt Flohmarkt: Bund soll Medikamente beschaffen

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Berlin -

Für seinen Ruf nach Flohmärkten und Nachbarschaftshilfe erntet der Präsident der Bundesärztekammer, Dr. Klaus Reinhardt, auch Kritik aus den eigenen Reihen. Dr. Andreas Gassen, Vorstandschef der Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), weist die Idee zurück. Stattdessen wird eine zentrale Beschaffung gefordert.

Gassen warnte davor, einfach gebrauchte oder gar abgelaufene Arzneimittel im Nachbarschafts- oder Freundeskreis zu tauschen oder abzugeben. „Das Risiko ist einfach zu groß, dass durch solch eigentlich gut gemeinten Solidaritätsaktionen mehr Schaden als Nutzen bis hin zu Gefahren für Leib und Leben angerichtet werden“, erklärte er.

„Unverträglichkeiten von Medikamenten, die Gefahren abgelaufener Arzneien, die Unkenntnis, aus welchen Quellen die angebotenen Mittel und Tabletten überhaupt stammen – alleine diese Aspekte zeigen, dass die fachkundige Beratung und Abgabe unabdingbar ist. Alles andere wäre lebensgefährlich und unverantwortbar“, so Vize Dr. Stephan Hofmeister. „Die derzeitige Mangelsituation insbesondere bei der Versorgung von Kindern zeigt, dass wir zu abhängig geworden sind von der Produktion im Ausland. Das müssen wir perspektivisch ändern.“

Bund soll Medikamente beschaffen

Laut KBV ist jetzt das Bundesgesundheitsministerium gefragt, „so schnell wie möglich die fehlenden Arzneimittel zu beschaffen“. „Wir brauchen Sonderregelungen und Sofortmaßnahmen wie zu Beginn der Corona-Pandemie, als auf dem internationalen Markt knappe Materialien wie Masken und Schutzkleidung nach Deutschland geholt werden mussten. Das ist eine echte Krisensituation, die wir meistern müssen“, so Gassen.

„Auch die Rabattverträge der Krankenkassen müssen in ihrer jetzigen Bedeutung und Form überdacht werden. Diese haben dafür gesorgt, dass sich Hersteller teilweise zurückgezogen haben aus der Herstellung nun dringend gebrauchter Medikamente“, sagte Gassen.

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