Spahn: „Die nächsten Tage und Wochen werden herausfordernd“

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Berlin -

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat die Bürger aufgefordert, der Corona-Epidemie mit Besonnenheit zu begegnen: „Die nächsten Tage und Wochen werden herausfordernd“, sagte Spahn in einer Regierungserklärung. Es sei wichtig, besonnen zu bleiben, zusammenzuhalten und auch „unter Stress“ einander zu vertrauen. „Nur mit einem kühlen Kopf können wir die Herausforderung bewältigen“, so Spahn.

Laut Spahn gibt es aktuell in Deutschland 240 Corona-Fälle. Er könne die Angst und die Sorgen der Bürger verstehen. Aber die Folgen der Angst könnten größer sein, als durch das Virus selbst. Angst und Sorge seien zutiefst menschliche Reaktionen, aber die Bürger könnten darauf vertrauen, im Fall einer Corona-Infektion, gut behandelt zu werden. Die schwere Grippewelle 2017/18 habe gezeigt, dass das Gesundheitssystem gut vorbereitet sei. „Ich habe großes Vertrauen in unsere Ärzte und Pfleger.“ Während der schweren Grippesaison habe es zusätzliche neun Millionen Hausbesuche gegeben, so Spahn.

Angesichts der teilweise leergeräumten Regale in Supermärkten sagte Spahn: „Bleiben Sie besonnen, informieren sie sich“ – bei zuverlässigen Quellen. Mit „Nichtbeachtung“ sollten die Bürger jene strafen, die versuchten aus der Lage Kapital zu schlagen wie beispielsweise mit überteuerten Angeboten für Schutzmasken. In den Supermärkten seien die meisten Regale wieder aufgefüllt, so Spahn. Um die Schutzausrüstung kümmere sich jetzt das Bundesgesundheitsministerium. Die weltweite Nachfrage habe zu Knappheiten geführt. Ab 11 Uhr gelte ein Ausfuhrverbot für Schutzausrüstung. Das Bundesgesundheitsministerium habe die Beschaffung für Ärzte und Pfleger übernommen. „Die Bundesregierung und die Länder ergreifen alle sinnvollen Maßnahmen“, sagte Spahn.

Das Coronavirus sei eine Herausforderung für den föderalen Staat, fuhr Spahn fort. Noch nicht alles sei eingespielt. Teilweise dauerten die Tests noch zu lange. Man werde auf der Grundlage wissenschaftlicher Expertise entschlossen Handeln, so Spahn. Denn der Höhepunkt der Corona-Infektionen sei noch nicht erreicht. Die Strategie der Bundesregierung bleibe die Eindämmung der Ausbreitung. Deswegen würden Kitas und Schulen teilweise geschlossen und Großveranstaltungen abgesagt. Der Schutz der Bevölkerung gehe vor wirtschaftlichen Interessen. Seit letzter Woche könne man die Corona-Fälle in Deutschland nicht mehr nur auf Infektionen im Ausland zurückführen. Dadurch sei eine neue Lange entstanden. Außerdem sei der Virus nicht nur in den unteren Atemwegen vorhaben, sondern auch im Rachenraum. Dort sei die Ansteckungsgefahr „besonders hoch“.

Bei den meisten Infizierten verlaufe die Erkrankung ohne Symptome oder milde, sagte Spahn, und sei weniger ansteckend als Masern. Sollte die Corona-Epidemie aber fortschreiten, werde man den Fokus auf die Behandlung von Patienten mit schweren Verläufen legen. Dann könnten auch die Verschiebung planbaren Eingriffe in Krankenhäusern notwendig werden, kündigte Spahn an: „Noch sind wir nicht an diesem Punkt.“ Die Bundesregierung werde weiter „jeden Tag sagen, was wir wissen und nicht wissen“. „Wir nehmen die Situation ernst“, so Spahn.

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