Corona-Stresstest

Risiko und Chance: Spahn und das Virus Lothar Klein, 03.03.2020 15:09 Uhr

Berlin - Seit die Corona-Krise in Deutschland angekommen ist, ist Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) noch präsenter als sonst: Tagtäglich steht sein Name in fast allen Medien – und abends blickt Spahn via TV-Nachrichten in die meisten Haushalte. So etwas kann sich ein Politiker mit Ambitionen auf das Kanzleramt eigentlich nur wünschen. Aber Gesundheitskrisen haben für die Amtsinhaber stets auch ihre Tücken. Einige seiner Vorgänger haben vergleichbare Situationen politisch nicht überlebt. Das Coronavirus zwingt Spahn in einen „Stresstest“.

Bis jetzt ist die Kritik am Krisenmanager Spahn überschaubar. Die meisten Verbandsfürsten im Gesundheitswesen stellen sich hinter Spahns Kurs, angemessen und verhältnismäßig mit dem Corona-Thema umzugehen. Etwas Besseres fällt niemandem ein. Sachlichkeit statt Aktionismus, lautet Spahns Herangehensweise. Das Wort Panik hat das BMG aus dem politischen Wortschatz gestrichen. Stattdessen zeigt sich der Bundesgesundheitsminister lieber mit Experten an seiner Seite, die bei der Beschreibung der aktuellen Lage jeden Anschein von Kontrollverlust vermeiden.

Spahn hat jetzt alle Hände voll zu tun: Ob man ihn im Nachhinein beglückwünschen sollte, auf die Kandidatur zum CDU-Vorsitz verzichtet zu haben, wird sich erst später beurteilen lassen. Jedenfalls gehören aktuell und wohl auch in den kommenden Wochen die bundesweiten Schlagzeilen Spahn – und nicht Armin Laschet, Friedrich Merz oder Norbert Röttgen. Das hätte Spahn auch auf dem Weg an die CDU-Spitze helfen können. Falls die Corona-Dinge aber in den nächsten Wochen aus dem Ruder laufen, könnte es sogar noch Spahns Aufgabe werden, den CDU-Sonderparteitag am 25. April als Großveranstaltung abzusagen – auch so kurios kann sich Politik entwickeln.

In einer anderen Angelegenheit wird man Spahn später vielleicht einmal politische Weitsicht und Gespür nachsagen: Schon vor Ausbruch der Corona-Krise in Deutschland holte Spahn Generalarzt Hans-Ulrich Holtherm ins Ministerium. Seit dem 1. März leitet dieser die neu geschaffenen Abteilung 6 (Gesundheitsschutz, Gesundheitssicherheit). Der bisherige Chef des Ulmer Bundeswehrkrankenhauses ist ausgewiesener Pandemie-Experte, war schon ins Ministerium beordert, als 2009 die H1N1-Pandemie in den Griff zu kriegen war, und er gehörte auch 2014 dem Ebola-Krisenstab an. Jetzt muss sich Holtherm an Spahns Seite sofort als Brandlöscher unter Beweis stellen.

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