Sonntagsfrage: Grüne jagen Union

Apotheker wollen Merz

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Berlin -

Die Vorzeichen um den Machtkampf innerhalb der CDU haben sich in den vergangenen 24 Stunden verändert: Jens Spahn verzichtet und schließt sich dem Team Armin Laschet an, Friedrich Merz hat sich nun auch öffentlich erklärt. Mit Norbert Röttgen gibt es damit zum derzeitigen Stand drei ernstzunehmende Kandidaten. Wie die Apotheker und PTA über das Ganze denken, hat das Expertenpanel aposcope in der Reihe ACAlert abgefragt.

Für die Analyse der Ergebnisse ist wichtig, dass die Befragung am Montagnachmittag stattgefunden hat – und damit unter mittlerweile veränderten Bedingungen. Zum Zeitpunkt der Befragung wurde Bundesgesundheitsminister Spahn noch als Kandidat für die Nachfolge der scheidenden CDU-Vorsitzenden Annegret Kramp-Karrenbauer gehandelt. Die Position von Laschet dürfte sich nach den jüngsten Entwicklungen und dem „Deal“ mit Spahn tatsächlich verbessert haben.

Favorit wäre Spahn bei den Apothekenteams ohnehin nicht gewesen. Die besten Aussichten auf den Posten hat aus Sicht der Befragten Merz: 32 Prozent sehen ihn vorne. Es folgen mit Abstand Laschet (14 Prozent), Röttgen (12 Prozent) und zum Schluss Spahn (9 Prozent). Auffällig: In der Gruppe der befragten PTA ist Spahn mit 12 Prozent hinter Merz auf Platz 2 vor den beiden anderen Kandidaten mit jeweils 7 Prozent. Bei den Inhabern ist Merz dagegen mit 50 Prozent eindeutig vorne.

Die Teilnehmer wurden nicht nur nach dem erwarteten Ausgang der Wahl gefragt, sondern auch nach ihrem persönlichen Wunsch. Hier liegt Merz zwar immer noch vorne, aber nur noch sehr knapp. 19,6 Prozent wünschen sich den Ex-Fraktionsvorsitzenden an die Spitze der CDU, 15 Prozent Laschet und 13,4 Prozent Röttgen. Für Spahn votieren nur 7,8 Prozent. Während die Inhaber sich vor allem Merz (36 Prozent) oder Röttgen (24 Prozent) wünschen, sind ist Laschet der bevorzugte Kandidat der Filialleiter und angestellten Apotheker.

Die CSU hat schon mehrfach öffentlich darauf gepocht, dass mit der Entscheidung um den neuen CDU-Vorsitzenden nicht automatisch die Frage des Kanzlerkandidaten der Union geklärt ist. CSU-Chef Markus Söder wird hier ebenfalls als Anwärter gehandelt. Und aus Sicht der Apothekenteams ist das nicht so abwegig. Zwar liegt wiederum Merz mit 27 Prozent vorne, Söder aber mit 12,4 Prozent knapp vor Röttgen (11,7 Prozent), Laschet (10,8 Prozent) und Spahn (7,2 Prozent). Auffällig: Fast jeder dritte Befragte (30 Prozent) ist in der Frage unentschlossen, unter den PTA sogar fast die Hälfte (47 Prozent).

aposcope hat auch die Sonntagsfrage gestellt: Welche Partei würden Sie wählen, wenn am kommenden Sonntag Bundestagswahl wäre? Die Union würde demnach stärkste Kraft im Bundestag, allerdings mit enttäuschenden 23,9 Prozent. Es ist noch nicht so lange her, da haben die Christdemokraten in der Apotheke noch die absolute Mehrheit geholt. Aktuell wären ihnen die Grünen auf den Fersen, denen 17 Prozent ihre Stimme geben würden.

Auch hier fallen die Berufsgruppen deutlich auseinander: Bei den Inhabern sind CDU/CSU mit 40,3 Prozent immer noch deutlich vor den Grünen, für die 8,3 Prozent trotzdem zu einem geteilten zweiten Platz mit den Linken reichen würde. Die PTA mögen die Grünen dagegen etwas mehr als die Union (14 zu 13 Prozent). Vor allem unter den Assistenten gibt es allerdings auch noch sehr viele Unentschlossene, über alle Berufsgruppen sind es laut Umfrage 23 Prozent. Hier ist also noch viel zu holen für alle Parteien.

Boden gut zu machen, wäre vor allem für die anderen Parteien dringend geboten: Unter allen Befragten folgt in der Sonntagsfrage auf Union und Grüne Die Linke mit 7,2 Prozent. Alle anderen Parteien wären an der 5-Prozent-Hürde gescheitert: SPD (4,9 Prozent), AfD (3,8) und FDP (3,3). 12 Prozent wollten zu der Frage keine Angabe machen.

An der Umfrage zur Zahl der Woche nahmen am 24. Februar insgesamt 306 verifizierte Apothekenleiter, Filialleiter, angestellte Approbierte und PTA teil. Die Befragung wurde im Auftrag von ACA Müller ADAG Pharma AG durchgeführt.

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