WHO: Sterblichkeitsrate höher als bisher angenommen

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Berlin -

Die bisherigen Schätzungen zur Sterblichkeitsrate des neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 sind offenbar falsch: Nachdem sie bislang auf etwa 2 Prozent geschätzt wurde, informiert die Weltgesundheitsorganisation (WHO) mittlerweile über eine höhere Rate.

„Weltweit sind etwa 3,4 Prozent der gemeldeten Covid-19-Patienten gestorben“, erklärte Tedros Adhanom Ghebreyesus, Generaldirektor der WHO, am Hauptsitz der Agentur in Genf. Die saisonale Grippe führt im Vergleich dazu im Allgemeinen bei weit weniger als 1 Prozent der Infizierten zum Tode.

Ein wesentlicher Faktor in Bezug auf die Höhe der Sterblichkeitsrate sei jedoch auch die Qualität des Gesundheitssystems, in dem die Erkrankungen behandelt werden. Demnach kann die Rate nach derzeitigen Berechnungen zwischen 0,7 Prozent und 4 Prozent liegen. Zu Beginn des SARS-CoV-2-Ausbruchs hatten Wissenschaftler zunächst eine Rate von nur etwa 2,3 Prozent ermittelt. Durch die steigenden Infektionszahlen und Todesfälle ist die Sterblichkeitsrate jedoch dynamisch und verändert sich derzeit laufend.

Die WHO erklärte auf der Pressekonferenz zudem, dass man immer noch nicht wisse, wie sich das Virus verhält – klar sei jedoch mittlerweile, dass es Unterschiede zur Influenza gebe. Über die saisonale Grippe sei zwar viel bekannt – beispielsweise in Bezug auf Übertragung und Behandlung – in Bezug auf das aktuelle Coronavirus seien diese Informationen jedoch noch immer teilweise unklar. „Dies ist ein einzigartiges Virus mit einzigartigen Funktionen. Das Virus ist keine Influenza“, sagte Tedros. Auch für die WHO sei es daher Neuland. „Hier haben wir eine Krankheit, für die wir keinen Impfstoff haben, keine Behandlung. Wir verstehen die Übertragung nicht vollständig, wir verstehen die Fallmortalität nicht vollständig.“ Was jedoch Hoffnung gebe: Durch das Ergreifen starker Maßnahmen sei zu sehen, dass das Virus in seiner Verbreitung gedämpft werden könne.

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