Coronaverdacht

Kassenärzte warnen vor Ansturm auf Praxen

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Berlin -

Deutschlands Kassenärzte warnen eindringlich vor unnötigen Praxisbesuchen wegen des neuen Coronavirus. Andernfalls sehen sie die Versorgung der Bevölkerung als gefährdet an. „Umfangreichere Testung von klinisch Gesunden ist medizinischer Unfug“, sagte der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen. Selbst wenn jemand bei sich selbst Coronaverdacht habe, „dann sollte er nicht irgendwo hinrennen“, mahnte Deutschlands oberster Kassenarzt.

Tests seien nur sinnvoll, wenn jemand Symptome einer Erkrankung der oberen Atemwege aufweise und in einem Risikogebiet war oder womöglich Kontakt zu einer Kontaktperson eines Infizierten gehabt habe. Es gebe in Deutschlands einschlägigen Laboren Kapazitäten für rund 12.000 Tests pro Tag. Jede Haus- und Kinderarztpraxis könne einen Test per Rachenabstrich machen. Die Bezahlung durch die Kassen sei geklärt.

Die Unternehmen rief die KBV auf, Beschäftigten im Krankheitsfall vorübergehend zu erlauben, länger als die üblichen drei Tage ohne Krankenschein zu Hause zu bleiben. Die Karenzzeit solle erhöht werden – beispielsweise auf sechs Tage. Es gebe viel Verunsicherung, sagte Gassen. „Das ist aus unserer Sicht wirklich nicht gerechtfertigt“, betonte der KBV-Vorsitzende. So gebe es bislang 98.500 bestätigte Influenza-Fälle mit rund 1000 Toten in der laufenden Grippesaison. In der vergangenen Woche seien in 60 Prozent der dafür geeigneten Labore 11.000 Tests auf das Coronavirus gemacht worden – bis Dienstagvormittag wurden aber lediglich 188 Sars-CoV-2-Infektionen erfasst.

Bürger mit Husten und Schnupfen sollten zunächst einfach zu Hause bleiben, sagte KBV-Vize Stephan Hofmeister. Andernfalls sei die Gefahr groß, „dass uns irgendwann die Player im Gesundheitswesen fehlen“. Hofmeister: „Wir haben einen Regelbetrieb zur Versorgung kranker Menschen aufrecht zu erhalten.“ Eine größere Vermischung der Patienten mit anderen Erkrankungen mit Corona-Verdachtsfällen müsse nach Möglichkeit verhindert werden.

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