Digitale Rezeptsammelstellen

Saar: Rezept direkt auf den Schirm APOTHEKE ADHOC/dpa, 25.01.2018 13:58 Uhr

Berlin - Heute werden im Saarland und in Baden-Württemberg die ersten beiden digitalen Rezeptsammelstellen in den Probebetrieb genommen. Im schwäbischen Neidlingen steht der digitale Briefkasten in einer Sparkasse, im saarländischen Heusweiler-Kutzhof gibt es eine wetterfeste Outdoor-Variante, die eher einem Parkscheinautomaten ähnelt und draußen neben einer Arztpraxis steht.

„Wir kriegen das Rezept jetzt praktisch auf den Schirm, wenn es eingeworfen wird“, erklärt der Inhaber der Allee-Apotheke in Heusweiler-Holz und Saarlands Kammerpräsident, Manfred Saar, der den Automaten im Saarland bedient und bisher pro Tag zwischen 15 und 40 Rezepte aus dem herkömmlichen Briefkasten geholt hat. Falls ein Artikel nicht vorrätig ist, kann Saar jetzt sofort bestellen und noch am selben Tag liefern. „Wir können so bis zu einem ganzen Werktag sparen. Das ist ein gewaltiger Zeitgewinn.“

Außerdem spare sich der Apotheker eine Fahrt, sagt Hansjörg Egerer von der Adler-Apotheke in Weilheim/Teck, die bisher für den Briefkasten und künftig für den Automaten in Neidlingen zuständig ist. Zwar könnten seine Kunden ihn auch bisher schon einfach anrufen und ein Medikament bestellen, das er dann im Tausch gegen das Rezept ausliefert. Es gibt auch spezielle Handy-Apps, mit denen das geht. Aber bei den vielen Vorschriften und Regelungen, die es zu beachten gelte, sei das oft schwierig. „Da brauchen wir einfach sämtliche Angaben vom Rezept“, sagt Egerer. Ein zusätzliches Geschäft, mit dem sich mehr Geld verdienen lässt, sei die Sache für seine Apotheke aber nicht. „Es ist ein zusätzlicher Service.“

Einen niedrigen vierstelligen Betrag koste der Automat in Heusweiler-Kutzhof, so die Apothekerkammer des Saarlands. Dieser wurde vom Rechenzentrum ARZ Darmstadt entwickelt. Zu den Kosten des Neidlinger Automaten, der von der Noventi-Gruppe kommt, macht der Apothekerverband Baden-Württemberg keine Angaben. Man wolle erst einmal testen, welche Funktionen gebraucht werden und ob alles rund läuft. „Wir sind im digitalen Zeitalter, aber wir sehen ja auch, wie oft wir Ausfälle haben“, sagt Verbandspräsident Becker.

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