Digitale Rezeptsammelstelle

Beckers Alleskönner: Scannen, mailen, telefonieren Lothar Klein, 14.09.2017 15:10 Uhr

Düsseldorf - Der Schleier ist gelüftet: Die neue digitale Rezeptsammelstelle des Landesapothekerverbandes Baden-Württemberg (LAV) wird im 4. Quartal ihren Probebetrieb aufnehmen. Der digitale Briefkasten kann nicht nur Rezepte scannen und an die betreibende Apotheke übermitteln, er kann auch telefonieren und Textnachrichten für Bestellungen von OTC-Arzneimitteln und anderen apothekenpflichtigen Produkten übertragen. „Wir wollen damit bestehende Rezeptsammelstellen schneller, digitaler machen“, sagte der LAV-Vorsitzende Fritz Becker bei der Präsentation des Terminals.

Die Vorteile der neuen Technik liegen für den LAV auf der Hand: Die Apotheke kann unmittelbar nach Eingang des Rezept-Scans mit der Bearbeitung starten, das Arzneimittel gegebenenfalls bestellen oder beim verordnenden Arzt Nachfragen klären. „Das bedeutet für die Apotheker eine längerer Reaktionszeit“, so Becker. Die Rezepte müssen nicht mehr wie heute üblich einmal täglich eingesammelt werden.

Beim Ausfahren der bestellten Arzneimittel leert der Fahrer zunächst den digitalen Briefkasten, kontrolliert die Rezepte auf Echtheit und liefert die Arzneimittel aus. Nach Angaben des LAV kann die Aufgabe vom „pharmazeutischen Personal“ der Apotheke erledigt werden. Es ist also nicht zwingend, dass der Apotheker persönlich die Rezeptprüfung vornimmt. Laut Apothekenbetriebsordnung (ApoBetrO) sei die Prüfung durch „pharmazeutisches Personal“ ausreichend, so der LAV. In früheren und anderen Zusammenhängen hatte die ABDA aber stets darauf hingewiesen, dass Rezepte vor der Abgabe von Arzneimittel in der Apotheke vorliegen und vom Apotheker geprüft werden müssten.

Der digitale Rezeptbriefkasten arbeitet in drei Schritten: Zunächst sieht der Patient einen Begrüßungsbildschirm mit dem Label der ihn betreibenden Apotheke. Dann muss er mit einem Druck auf den Touchscreen seine Einwilligung für die digitale Rezeptübermittlung geben. Im zweiten Schritt legt der Patient sein Rezept in den Scannerschlitz ein. Das Rezept wird eingezogen. Der Patient erhält eine Quittung mit einer Bestellnummer. Darauf sind Datum und Uhrzeit der Rezeptabgabe vermerkt.

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