Konflikt gelöst: Gematik soll SMC-B-Card ausgeben

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Berlin -

Bis Mitte 2020 will die Gematik die technischen Regeln für das E-Rezept vorlegen, dass 2021 bundesweit an den Start gehen soll. In diesem Zusammenhang sucht das Bundesgesundheitsministerium (BMG) noch nach einer Lösung für den Anschluss ausländischer Versandapotheken an die Telematikinfrastruktur (TI). Die scheint jetzt nach Informationen von APOTHEKE ADHOC gefunden: Die Gematik soll die Ausgabe des dafür notwendigen elektronischen Institutionsausweises (SMC-B-Card) übernehmen. Damit wäre ein Konflikt mit den Aufgaben der Apothekerkammern gelöst.

Für das E-Rezept und den dafür notwendigen Anschluss an die TI der Gematik benötigen alle Apotheken den elektronischen Institutionsausweis (SMC-B). Ohne die SMB-C-Karte geht nichts. Diese bietet neben der Apobank-Tochter „Medisign“ auch die Bundesdruckerei an. Dabei gibt es ein Problem: Da auch ausländische Versandapotheken diskriminierungsfrei das E-Rezept nutzen können sollen, müssen sie ebenfalls über eine deutsche Betriebsstättennummer verfügen. Nach den herrschenden Regelungen sind die Landesapothekerkammern für die Prüfung der Zugangsberechtigung der Apotheken zur TI und die Ausgabe der SMC-B-Card zuständig. Aber weder DocMorris noch Shop-Apotheke oder andere ausländische Versandapotheken sind dort Mitglied, sie verfügen auch nicht über die erforderliche Betriebsstättennummer.

Auch das BMG konnte die Frage noch nicht beantworten, wie ausländische Versandapotheken an die TI angeschlossen werden sollen: „Das E-Rezept soll sowohl in Vor-Ort-Apotheken als auch in Versandapotheken einlösbar sein. Die technische Spezifikation des E-Rezeptes wird gerade durch die Gematik erstellt und bis zum 30. Juni 2020 vorgelegt. Detailfragen zur Anbindung der Apotheken können erst auf Basis der technischen Spezifikationen geklärt werden“, antwortete das BMG vor Wochen auf eine Anfrage von APOTHEKE ADHOC.

Jetzt zeichnet sich eine Lösung ab: Die Ausgabe der SMC-B-Card soll von den Kammern auf die Gematik übertragen werden. Die Kammern könnten dann im Auftrag der Gematik die Prüfung der Berechtigung übernehmen. Die ABDA ist Gesellschafter der Gematik. Umgangen würde damit auch der politische Interessenkonflikt, dass ausgerechnet die Kammern DocMorris und anderen ausländischen Versendern den Zugang zum deutschen E-Rezept ebnen müssten.

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