Rabattverträge

Knappschaft: Neue Verträge starten im Oktober

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Berlin -

175 Lose vergeben: Knapp vier Monate bleiben den Apothekern, um sich auf die neuen Rabattverträge der Knappschaft vorzubereiten. Am 1. Oktober ist es dann so weit. Einige Arzneistoffe konnten jedoch nicht vergeben werden.

Die neuen Rabattverträge haben wie gewohnt eine Laufzeit von zwei Jahren. Die Ausschreibung umfasste 175 Lose, darunter sind verschreibungspflichtige und apothekenpflichtige, nicht rezeptpflichtige Arzneimittel. Für die Lose 1 bis 72 wurden mehrere Zuschläge an bis zu drei Bieter beziehungsweise Bietergemeinschaften (BG) erteilt. Die Lose 73 bis 175 wurden exklusiv vergeben.

Im Drei-Partner-Modell wurde beispielsweise Clarithomycin vergeben. Aristo, die Bietergemeinschaft von Hexal und Microlabs haben den Zuschlag bekommen. Clindamycin teilen sich Aristo, BG Hexal/1A Pharma und CNP. Das Antibiotikum Azithromycin wurde hingegen exklusiv an die BG aus Holzkirchen vergeben. Exklusivverträge wurden in der Vergangenheit als Grund für Lieferengpässe kritisiert.

„Ein Verbot der Exklusivverträge ist ein Quantensprung zu mehr Versorgungssicherheit“, sagte Wolfgang Späth, Vorstandsvorsitzender Pro Generika und Mitglied des Vorstandes bei Hexal. Im Mehrpartnermodell wurden außerdem Esomeprazol, Finasterid, Granisetron und Sildenafil zur Behandlung der Pulmonalen Hypertonie vergeben.

Die Knappschaft setzt jedoch zum überwiegenden Teil auf Exklusivverträge. Eine großer Teil wurde an die Stada-Tochter Aliud vergeben. Der Generikahersteller aus Laichingen hat Captopril als Tablette, Cefixim als Tablette, Filmtablette und Saft, Cefuroxim als feste orale Darreichungsform, Cotrimoxazol als Filmtablette und Tablette sowie Naproxen und Olmesartan exklusiv. Die Wirkstoffkombination aus Olmesartan und Hydrochlorothiazid ging hingegen an die BG Heumann/Heunet.

Im Bereich der Psychopharmaka gingen diverse Wirkstoffe im Ein-Partner-Modell an Neurax. Aus Langenfeld kommen das Antidepressivum Clomipramin in retardierter Form, das Neuroleptikum Haloperidol in flüssigen Darreichungsformen sowie das trizyklische Antidepressivum Maprotilin als Filmtablette. Außerdem hat Neurax das Antiepileptikum Levetiracetam als flüssige orale Arzneiform, das Neuroleptikum Pipamperon sowie die Kombination Levodopa/Benserazid als Hartkapsel und Tablette exklusiv. Klinge liefert exklusiv das apothekenpflichtige Ginkgo.

Keine Zuschläge gab es für Amitriptylin und Cotrimoxazol als Saft, Sirup und Suspension. Entweder sind keine Angebote eingegangen oder wurden abgelehnt. Leer ging auch die Fixkombination Amlodipin/Valsartan aus. Hier liegt der Grund jedoch woanders. Die Generika mussten im Januar wieder vom Markt genommen werden. Denn Novartis hatte für das Original Exforge eine einstweilige Verfügung erwirkt und das Patent bis Juli 2019 verlängern können.

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