Grüne an Apotheker Müller: Höchstpreise statt Rx-Versandverbot

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Berlin -

Bekanntermaßen lehnen die Grünen ein Verbot des Versandhandels mit Rx-Arzneimittel ab. Jetzt wollte Apotheker Gunnar Müller von den beiden Parteichefs Robert Habeck und Annalena Baerbock wissen, was „digital“ und was „grün“ am Versand der „analogen Ware“ ist. Die Antwort ließ auf sich warten – nicht weil die Grünen darüber grübeln mussten. Statt eines Rx-Versandverbotes plädieren die Grünen für ein Höchstpreismodell.

„Zugegeben – es ist smart, zu irgendwelchen Zeiten einfach Dinge im Internet zu bestellen. Doch was ist ‚digital‘ am Versand dieser dann – zwar digital bestellten – letzten Endes jedoch analogen Waren? Waren, die analog über viele Kilometer transportiert, analog ausgefahren und analog zugestellt werden müssen? Und was ist ‚grün‘ an all den vielen Paketen, den Lieferfahrzeugen, den verstopften Innenstädten und den Staus, selbst wenn man Elektrofahrzeuge einsetzen würde? Wie lautet Ihre persönliche Ökobilanz des Versandhandels?“, wollte Müller von den Chefs der Grünen wissen.

Die – etwas selbstverliebt klingende – Antwort kam gut sechs Wochen später: „Unsere Arbeitskapazitäten sind wegen des großen Interesses an den Positionen unserer Partei momentan leider überlastet“, entschuldigte man sich für die Verspätung: „Tut uns leid.“ In der Sache bleiben die Grünen aber bei ihrer Linie: „Nach unserer Auffassung spiegelt die bestehende Apothekenlandschaft die unterschiedlichen Präferenzen der Patientinnen und Patienten wider.“

Während viele die Apotheke vor Ort für ihre Arzneimittelversorgung nutzten, setzten andere auf Versandapotheken. Habeck und Baerbock: „Daher wollen wir die Vielfalt der Vertriebswege erhalten.“ Die Apotheke vor Ort habe auch für die Grünen eine zentrale Funktion für eine bedarfsgerechte und qualitativ hochwertige Arzneimittelversorgung. Keine Frage, die Benachteiligung inländischer Apotheken gegenüber ausländischen Versandapotheken müsse beendet werden, zum Beispiel müssten „flexiblere Preise ermöglicht werden“.

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