Monopolkommission

Apothekenhonorar: Komfortservice kostet extra

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Berlin -

Die Monopolkommission empfiehlt in ihrem aktuellen Gutachten der Bundesregierung eine grundlegende Reform des Apothekenmarktes. Die Experten um Professor Dr. Achim Wambach wollen Apotheken die Möglichkeit zu Rabatten einräumen; erneut sprechen sie sich gegen ein Rx-Versandverbot aus. Die heutigen Festpreise der Arzneimittelpreisverordnung (AMPreisV) sollen in einem ersten Schritt durch rabattfähige Höchstpreise abgelöst werden. Später sollen die Apotheken ihr Honorar mit den Krankenkassen aushandeln.

Die Leistungen von Großhändlern und Apothekern seien „umfassend reguliert“, heißt es im Gutachten. Zwar setze die bestehende Regulierung die Mechanismen des Marktes nicht völlig außer Kraft, doch verändere sie den Wettbewerb erheblich. Ein wichtiger Bestandteil der Regulierung sei die Festlegung der Apothekenabgabepreise für Arzneimittel, die zulasten der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) abgegeben würden. Die Kalkulation fester Preise habe Auswirkungen unter anderem auf die räumliche Verteilung der Apotheken.

Durch das EuGH-Urteil zum Versandhandel und das BGH-Urteil zu Skonti des Großhandels sei die Frage, ob die Beschränkung des Preiswettbewerbs in der bestehenden Form angemessen ist, in den Fokus der Diskussion gerückt. Grundsätzlich gebe es nachvollziehbare Gründe für Preisregulierungen im Arzneimittelmarkt, aber: „Die Monopolkommission kommt auf Basis der vorliegenden Untersuchung zu dem Ergebnis, dass rein pekuniäre Anpassungen der AMPreisV sowie ein Versandhandelsverbot für verschreibungspflichtige Arzneimittel unzureichende beziehungsweise falsche Instrumente darstellen, um die Ziele in der Arzneimittelversorgung zu erreichen“, so das Gutachten.

Stattdessen solle das Vergütungssystem strukturell so verändert werden, „dass nur der Teil der Apothekenvergütung, der vor allem die isolierte Beratungsleistung betrifft, weiterhin fixiert wird“. Dieser Teil sei durch die GKV zu tragen und „gegebenenfalls auch von dieser zu verhandeln“.

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