Altmaier: Rx-Versandverbot noch nicht entschieden

, Uhr
Berlin -

In gut zwei Wochen will Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) das Geheimnis um seine Entscheidung zum Rx-Versandverbot lüften. Bis dahin ranken die Spekulationen. Einen Beitrag zum Ungewissen hat jetzt auch Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) geliefert: „Ich halte das Versandhandelsverbot noch nicht für entschieden“, sagte er letzte Woche bei einer Buchvorstellung – ausgerechnet von Professor Dr. Achim Wambach, unter anderem Chef der Monopolkommission, der ein Verbot ablehnt.

Über „Digitaler Wohlstand für alle“ haben Ökonomie-Professor Wambach und Handelsblatt-Journalist Hans Christian Müller ein Buch geschrieben und darin die Frage gestellt: „Schaffen wir es, den in 70 Jahren aufgebauten Wohlstand ins digitale Zeitalter hinüberzuretten?“ „Daten statt Preise, Monopole statt Wettbewerb, Sharing statt Eigentum, Crowdworking statt Sozialpartnerschaft: Die Digitale Revolution stellt die Art und Weise des Wirtschaftens auf den Kopf. Die alten Leitplanken, mit denen die Soziale Marktwirtschaft die wohlstandsmehrenden Kräfte schützte, passen heute nicht mehr. Sie brauchen ein Update“, beschreibt der Verlag den Inhalt.

Wirtschaftsminister Altmaier hat das Buch vorgestellt. Mit einer Anekdote leitete Altmaier nach einem Bericht des Handelsblattes seine Präsentation ein, um seine Haltung zum Fortschritt zu erklären: 1994 habe dem heutigen Bundeswirtschaftsminister ein Kollege im Bundestag gesagt: „Bist du denn bekloppt, dass du dir ein Handy anschaffst? Das wird wieder verschwinden in der nächsten Zeit.“ Nach der nächsten Wahl sei der Kollege dann verschwunden gewesen, so erzählt es Altmaier. Wir müssten erkennen, dass der Fortschritt stattfinde, sagt er. „Aber wir sind nicht völlig hilflos, sondern wir können ihn gestalten.“

„Die Digitalisierung ist eine Herausforderung für die soziale Marktwirtschaft“, erläuterte Wambach. In der digitalen Welt würde mit Daten gezahlt und nicht mit Geld, ganz neue Geschäftsmodelle zielten darauf ab, das Dinge und Dienstleistungen eher geteilt als besessen werden. Im Buch raten die Autoren zu einer Verschärfung des Wettbewerbsrechts, um den monopolistischen Tendenzen der Internetgeschäftsmodelle wirksamer entgegenzutreten. Sie mahnen aber auf der anderen Seite auch dazu, nicht bei allen Geschäftsmodellen zu sehr auf die Bremse zu treten.

Newsletter
Das Wichtigste des Tages direkt in Ihr Postfach. Kostenlos!

Hinweis zum Newsletter & Datenschutz

APOTHEKE ADHOC Debatte

Mehr zum Thema
Letzte Hoffnung E-Rezept
Zur Rose verliert Rx-Geschäft »
Namen und Adressen im Netz angeboten
Zur Rose: Kundendaten geklaut? »
Bienen-Apotheken auf drei Plattformen
Essenslieferdienst Wolt bringt Apothekenexklusives »
Mehr aus Ressort
Mit 95 Prozent zum Parteichef gewählt
Merz neuer CDU-Vorsitzender »
Krankenhausgesellschaft schlägt Alarm
Kliniken: Impfpflicht kostet tausende Betten »
Weiteres
Mit 95 Prozent zum Parteichef gewählt
Merz neuer CDU-Vorsitzender»
Krankenhausgesellschaft schlägt Alarm
Kliniken: Impfpflicht kostet tausende Betten»
ApoRetrO – der satirische Wochenrückblick
Fiese Abwerbe-Masche»
„Bestellrückgänge und Stornierungen“
Zu früh aufgetaute Impfstoffe: BMG erklärt Lieferprobleme»
Suspension und Kapseln
Sildenafil in der Pädiatrie»
„Der Betriebsablauf darf nicht gestört werden“
Angestellte abwerben: Das ist nicht erlaubt»
Dosierung, bedenkliche Stoffe, Preis
Retaxgefahr Rezeptur»
Rechtliche und pharmazeutische Aspekte
Grauzone: Abgabe von mehreren OTC-Packungen»