Maag zum Rx-VV: Es gibt Plan A und B

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Berlin -

Normalerweise dominieren bei der Mitgliederversammlung des Bundesverbandes der Arzneimittelhersteller (BAH) die typischen Branchenthemen. In diesem Jahr stand die mit Spannung erwartete Entscheidung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) zum Rx-Versandverbot im Mittelpunkt – es wurde ein kleiner vorgezogener Apothekertag. Laut Karin Maag, gesundheitspolitische Sprecherin der CDU/CSU-Fraktion, schreiten die Arbeiten im BMG „stark voran“. Allerdings sei Spahn noch nicht entschieden. Der für Apotheken zuständige BMG-Abteilungsleiter Thomas Müller hielt sich in der Debatte zwar zurück. Er deutet aber an, wohin die Reise bei einem Alternativplan gehen könnte.

„Ich habe den leisen Eindruck“, Spahn wisse noch nicht ob er Plan A oder B auf dem Deutschen Apothekertag in der übernächsten Woche präsentieren werde, sagte Maag. Vorbereitet würden im BMG ein Rx-Versandverbot, allerdings auch ein Plan, wie man den Apotheken ihre Arbeit „erleichtern“ könne. Gestern Abend hatten sich die Gesundheitspolitiker der Koalition zum Abendessen mit Spahn getroffen. Details wurden aber auch dort nicht verraten. Sie selbst sei nach wie vor ein „großer Fan“ des Rx-Versandverbots, sagte Maag, räumte aber ein, dass es „viele juristische Hürden“ gebe: „Das Rx-Versandverbot ist das, was ich möchte, was die Koalition will.“

Falls das rechtlich nicht umsetzbar sei, müsse „absolute Gleichbehandlung“ zwischen inländischen und ausländischen Apotheken hergestellt werden. Was für die ausländischen Versandapotheken gelte, müsse man dann auch für die inländischen Apotheken möglich machen. Auf keinen Fall dürften die gewährten Rx-Boni als persönlicher Vorteil bei den Patienten verbleiben. „Für mich ist aber das Rx-Versandverbot die eleganteste Lösung“, bekräftigte Maag.

Ein klein wenig ließ sich BMG-Abteilungsleiter Müller in die Karten schauen. Zum Auftakt der BAH-Mitgliederversammlung warb der BAH-Vorstandvorsitzende Jörg Wieczorek ungewöhnlich intensiv für die Anliegen der Apotheker: Gerade in der ländlichen Versorgung könnten die Apotheker die Ärzte entlasten. Daher sei es gut, dass Spahn bereits die Apotheker als „Teil der Heimat“ bezeichnet habe und unterstützen wolle. Aus Sicht des BAH sollten Apotheker mindestens Grippeimpfungen vornehmen können, forderte Wieczorek.

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