Spahn: Lieber fair als Rx-Versandverbot

, Uhr
Berlin -

Lange hat die Apothekerschaft auf klare Aussagen von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) gewartet. Jetzt hat sich Span für sein erstes Interview zum Apothekenmarkt die Apotheken Umschau ausgesucht. Zum heiklen Thema Rx-Versandverbot gibt es aber nach dem Vorabbericht allerdings immer noch keine Klarheit. Nur soviel: Es ist für Spahn nur die letzte Lösung. Fairer Wettbewerb geht vor.

Das Interview ist in der aktuellen Ausgabe der Apotheken Umschau im Wortlaut noch nicht veröffentlicht. Es gibt zurzeit nur eine zusammenfassende Mitteilung des Wort und Bild Verlags mit ausgewählten Zitaten. Angesprochen wurde im Interview natürlich auch das EuGH-Urteil vom 19. Oktober 2016: Seitdem fürchten deutsche Apotheken eine starke Benachteiligung durch Dumpingpreise ausländischer Versender.

Sie fordern von der deutschen Regierung deshalb ein Verbot des Rx-Versandhandels, das bereits der Amtsvorgänger Hermann Gröhe (CDU) durchsetzen wollte. Spahn hat sich bisher in dieser Frage nicht eindeutig positioniert: „Es kann doch nicht sein“, sagte er der Umschau, „dass Apotheken, die aus dem EU-Ausland rezeptpflichtige Medikamente nach Deutschland versenden, Rabatte geben können und nicht an die deutsche Arzneimittelpreisverordnung gebunden sind. Ich halte deshalb das Urteil des Europäischen Gerichtshofs von 2016, das diesen Versandhandel möglich macht, im Ansatz für falsch. Aber wir müssen jetzt damit umgehen.“ Seine konkreten Pläne offenbart Spahn auch der Umschau noch nicht, betont jedoch: „Ich möchte alles versuchen, um einen fairen Wettbewerb herzustellen. Wenn das nicht gelingt, nehmen wir ein generelles Versandhandelsverbot für rezeptpflichtige Medikamente in den Blick.“

Einer Forderung des GKV-Spitzenverbands, das Fremd- und Mehrbesitzverbot aufzuheben und damit in Deutschland Apothekenketten zu erlauben, erteilt Spahn eine klare Absage: „Das ist absolut kein Thema! Die Apotheke vor Ort bleibt wichtiger Bestandteil unserer Versorgung. Und das verträgt sich nicht mit Investoren, die nur nach der Rendite schauen. Genauso wie der Hausarzt ist der Apotheker vor Ort Teil von Heimat. Darauf können wir nicht verzichten.“

Newsletter
Das Wichtigste des Tages direkt in Ihr Postfach. Kostenlos!

Hinweis zum Newsletter & Datenschutz

APOTHEKE ADHOC Debatte

Mehr zum Thema
Bienen-Apotheken auf drei Plattformen
Essenslieferdienst Wolt bringt Apothekenexklusives »
Versandapotheke wächst kaum noch
Shop Apotheke: Zenit erreicht? »
25,5 Millionen Euro für Telemed-Startup
Warum Dermapharm bei Go Spring investiert »
Weiteres