Treffen mit Spahn

Huml: Keine Alternative zum Rx-Versandverbot

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Berlin -

Vergangene Woche haben sich Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) in München zu einem Gespräch getroffen. Offiziell ging es um die künftige Ausrichtung der Pflege- und Gesundheitspolitik. Es wurde auch über das Rx-Versandverbot gesprochen. Nach Angaben ihres Ministeriums pocht Huml auf die Umsetzung des Koalitionsvertrages.

„Das Thema Rx-Versandhandel wurde bei diesem Treffen angesprochen“, teilte eine Sprecherin des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege mit. Gesundheitsministerin Huml setze sich weiterhin für ein Versandhandelsverbot für verschreibungspflichtige Arzneimittel ein: „Im Koalitionsvertrag der Regierungskoalition ist aus gutem Grund das Verbot des Versandhandels mit verschreibungspflichtigen Arzneimitteln vereinbart. Eine zügige Umsetzung ist jetzt wichtig, denn nur so kann die wirtschaftliche Benachteiligung deutscher Apotheken gegenüber ausländischen Versandapotheken beendet werden. Dies ist zum Erhalt der flächendeckenden Arzneimittelversorgung durch öffentliche Apotheken erforderlich. Dafür setzt sich Bayern auch zukünftig ein.“

Aufgrund des EuGH-Urteils aus dem Oktober 2016 komme es zu einer sogenannten Inländerdiskriminierung. Huml: „Die Auswirkungen des Urteils sind bereits spürbar. Die GKV-Ausgaben für Arzneimittel aus ausländischen Versandapotheken haben von 2016 bis Ende 2017 um mehr als zehn Prozent zugenommen. Damit hat das EuGH-Urteil bereits zu einer Wettbewerbsverzerrung geführt, die deutsche Apotheken benachteiligt und zunehmend gefährdet. Wir benötigen aber die Rundumversorgung der Apotheke vor Ort mit persönlicher Beratung, Nacht- und Notdiensten, Notfallversorgung und Arzneimittelherstellung auch in Notfällen. Das können ausländische Versandapotheken nicht leisten.“

Eine tragende Säule der deutschen Arzneimittelversorgung sei die Preisbindung für verschreibungspflichtige Arzneimittel. Sie verhindere ruinösen Wettbewerb und schütze Patienten. Der Wettbewerb solle vielmehr über die Fachkompetenz der Apotheker und nicht über den Preis stattfinden.

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