Positionspapier

Hartmann im BMG: Rx-Versand erhalten APOTHEKE ADHOC, 21.06.2018 15:14 Uhr

Berlin - Nicht nur die ABDA hat Jens Spahn (CDU) empfangen. Jetzt sprach auch Dr. Stefan Hartmann, Vorsitzender des Bundesverbandes Deutscher Apothekenkooperationen (BVDAK), im Gesundheitsministerium vor. Der Austausch mit Abteilungsleiter Thomas Müller dauerte 90 Minuten. Dabei legte Hartmann ein Positionspapier vor, in dem er sich gegen ein Rx-Versandverbot ausspricht. Das dürfte der ABDA nicht gefallen, zumal mit dem MVDA bereits eine der größten Apothekenkooperationen ausgeschert war.

Ein Rx-Versandverbot „löst nicht abschließend die tatsächlichen Probleme“ des EuGH-Urteils, heißt es im Positionspapier des BVDAK, das Hartmann im BMG mit Müller besprach. „Vielmehr kann der Versandhandel in Einzelfällen eine sinnvolle Ergänzung zum Angebot der Präsenzapotheken darstellen.“

Mit seinem Positionspapier zeige der BVDAK, dass er die Weiterentwicklung des Apothekenwesens aktiv mitgestalten wolle. „Schließlich gehe es um die Zukunft von knapp 20.000 stationären Apotheken sowie der darin beschäftigten Mitarbeiter“, so Hartmann anschließend. Sein Verband nehme kein Blatt vor den Mund, nenne konkrete Probleme und mache realistische Lösungsvorschläge in insgesamt elf Themenfeldern. „Anders als die Standesführung habe man einen innovativen Blick auf die Fragen der Zeit.“

Voraussetzung für den Fortbestand des Rx-Versandhandels sei jedoch, dass versendete Arzneimittel und deren Anbieter nicht besser gestellt würden und die Ungerechtigkeit durch die Entscheidung des EuGH vom 19. Oktober 2016 behoben werde. Ausländische Versandapotheken müssten dem Rahmenvertrag mit den Kassen ausdrücklich beitreten. Hartmann ist davon überzeugt, dass eine rechtssichere Gleichbehandlung von Versandapotheken unabhängig von ihrem Sitz möglich ist. „Zudem ist der BVDAK der Auffassung, dass der Verbraucher entscheiden sollte, auf welchem Weg er seine Arzneimittel beziehen möchte“, heißt es in dem Positionspapier.

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