Dispensierrecht

Hartmann: Keine Angst vor Impfrecht APOTHEKE ADHOC, 17.04.2018 10:41 Uhr

Berlin - Der Bundesverband Deutscher Apothekenkooperationen (BVDAK) fordert die ABDA auf, sich für ein Impfrecht für Apotheken einzusetzen. Die Standesvertretung kritisiert er dafür, die Forderung nicht mit Nachdruck zu verfolgen. Doch in Berlin fühlt man sich zu Unrecht an den Pranger gestellt.

BVDAK-Chef Dr. Stefan Hartmann sieht für Impfung in der Apotheke Rückenwind aus der Politik: Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) erwarte von den Apothekern, dass sie mehr Kompetenz als Heilberufler einbringen. „Das ist doch eine Steilvorlage für eine konkrete Tätigkeit wie das Impfen in der Apotheke“, so Hartmann. Mehr Kompetenz in der Primärversorgung der Bevölkerung durch das Impfrecht sei genau der richtige Ansatz. „Wenn wir Jens Spahn ernst nehmen und nicht nur von Kompetenz reden, dann ist das Impfrecht ein guter Einstieg in eine selbstbewusstere Rolle im Gesundheitsmarkt“, so der BVDAK-Vorsitzende.

Hartmann beruft sich dabei auf die Mehrheit der Apotheker. Auch bisherige Erfahrungsberichte aus der Schweiz hätten unterstrichen, dass es nur Befürworter für das Impfen in der Apotheke gebe. In der Eidgenossenschaft hatte 2015 eine Gesetzesänderung das Impfrecht für Apotheken ermöglicht, das seitdem nach und nach eingeführt wird. Ende 2017 konnten Apotheker in 18 der 26 Kantone unter bestimmten Auflagen ohne ärztliche Verschreibung impfen. Im Kanton Tessin muss dem Apotheker eine Verschreibung vorgelegt werden.

Der Sorge der ABDA, dass das zu einer Konkurrenzsituation zwischen Ärzten und Apothekern führen könnte und dass die Mediziner im Gegenzug das Dispensierrecht fordern könnten, teilt Hartmann nicht. „ABDA und Kammern haben unsere Rechte zu vertreten und nicht die der Ärzte“, so Hartmann. „Es reicht anscheinend, mit dem Dispensierrecht zu drohen, und schon werden, wie in Bayern geschehen, die Kammerdelegierten mehrheitlich gegen das Impfrecht votieren“.

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