Frankreich

Apotheker erhalten Impfrecht APOTHEKE ADHOC, 16.05.2018 13:40 Uhr

Berlin - Französische Apotheker dürfen ab 2019 ihre Kunden impfen. Die Regierung von Präsident Emmanuel Macron hat im Rahmen ihrer Gesundheitsstrategie 2018 bis 2022 beschlossen, dass ab dem nächsten Jahr in Apotheken Grippeimpfungen durchgeführt werden dürfen. Vorausgegangen waren gute Erfahrungen mit einem Pilotprojekt in zwei Regionen.

Rund 35.000 Menschen würden sich von September 2017 bis März 2018 in den 3000 teilnehmenden Apotheken gegen die Grippe impfen lassen, hatte das französische Gesundheitsministerium prognostiziert. Am Ende waren es fast 160.000. Entsprechend musste auch das Budget von 250.000 auf 800.000 Euro erhöht werden, denn die Apotheken erhalten ein Honorar von fünf Euro pro Impfung.

Die Pilotphase zur Erprobung von Grippeimpfungen in Apotheken war vergangenes Jahr in den beiden Regionen Auvergne-Rhône-Alpes und Nouvelle-Aquitaine gestartet, da Frankreich weit von der Durchimpfungsrate entfernt war, die die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt: Statt 75 waren 2016 nur 46 Prozent bei den gefährdeten Bevölkerungsgruppen. „Die Risikokontrolle ist bei vielen Infektionskrankheiten unzureichend.“ Dies sei auf eine unzureichende Impfquote oder eine unbeherrschte Übertragung zurückzuführen, hieß es dazu in der Gesundheitsstrategie der französischen Regierung.

Durch Impfungen in Apotheken soll nun die Verfügbarkeit und dadurch letztendlich die Durchimpfungsquote erhöht werden. Es gibt jedoch Einschränkungen: Schwangere Frauen und Menschen, die zuvor nicht gegen Grippe geimpft wurden, dürfen das auch nach der Reform nicht in der Apotheke erledigen lassen. Überprüft werden die Angaben über das elektronische Impfbuch im Dossier Pharmaceutique, der digitalen Patientenakte, die es in Frankreich bereits seit 2007 gibt. Außerdem müssen die Apotheker zuvor eine gesonderte Schulung absolvieren. Unterstützung erhalten sie in Form einer Plattform auch von der französischen Apothekerkammer.

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