Kompetenzerweiterungen

Kanada: Apotheker dürfen impfen und verschreiben APOTHEKE ADHOC, 18.06.2019 11:29 Uhr

Berlin - In Teilen Kanadas dürfen Apotheker künftig bei bestimmten Bagatellkrankheiten selbst Verordnungen ausstellen, ärztliche Verordnungen anpassen und Impfungen vornehmen. Mit den Kompetenzerweiterungen wollen die Regierungen der Provinzen Québec und Ontario den Zugang zur medizinischen Versorgung erleichtern. In anderen Provinzen des Landes haben Apotheker diese Rechte bereits.

In der größten kanadischen Provinz Québec wurde das „Gesetz 31“ vergangenen Donnerstag von Gesundheitsministerin Danielle McCann ins Kabinett eingebracht und soll die Kompetenzen von Apothekern erheblich ausweiten. So ist vorgesehen, dass sie Impfungen bei Erwachsenen und Kindern ab sechs Jahren selbst verschreiben und durchführen sowie „in bestimmten Notfällen“ auch Verordnungen für andere Rx-Präparate ausstellen dürfen. Kinder unter sechs Jahren sollen weiterhin nur durch Ärzte geimpft werden dürfen. Welche Arzneimittel unter welchen Umständen von Apothekern verschrieben werden dürfen, soll am Donnerstag unter Beteiligung der Verbände Québec Order of Pharmacists und Québec Association of Pharmacy Owners verhandelt werden.

Außerdem sollen Apotheker berechtigt werden, Verordnungen über erstattungsfähige OTC-Präparate auszustellen, Folgeverordnungen auszustellen und Rezepte anzupassen. Das Vorhaben, Apothekern das Impfrecht einzuräumen, hat einen ähnlichen Hintergrund wie die Debatte in Deutschland: Im Frühjahr waren in der Hauptstadt Montreal mehrere Masernfälle gemeldet worden, es war der erste Ausbruch seit 2015, als sich in der Region Lanaudière 163 Menschen ansteckten. Mit Sorge blicken viele Québecer auch nach Süden, wo im US-Bundesstaat New York allein in diesem Jahr bereits 700 Masernfälle registriert wurden.

Mehrere Organisationen und Verbände hatten daraufhin vor den Folgen mangelnder Durchimpfungsraten gewarnt und Maßnahmen zur Erhöhung der Impfquote gefordert. Das Gesundheitsministerium von Québec hat als ersten Schritt fünf Impfzentren eröffnet, in denen sich Angehörige von Risikogruppen kostenlos impfen lassen können. Außerdem schließt Québec damit zu anderen kanadischen Provinzen auf: In Ontario und Novia Scotia beispielsweise dürfen Apotheker schon seit Jahren impfen.

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