Grippeimpfungen

May: 10 Millionen mehr Geimpfte durch Impfrecht für Apotheken APOTHEKE ADHOC, 04.04.2019 15:11 Uhr

Berlin - Gesundheitsökonom Professor Dr. Uwe May geht davon aus, dass das Impfrecht für Apotheken die Zahl der gegen Grippe geimpften in Deutschland um zehn Millionen erhöhen würde. Das würde May zufolge nicht nur 41 Todesfälle im Jahr verhindern, sondern auch drei Millionen Ausfalltage wegen Arbeitsunfähigkeit. Die Bedenken gegen das Impfrecht hält er für nicht gerechtfertigt. Impfung in der Apotheke: Wie steht ihr dazu? Jetzt im LABOR austauschen!

„Grippe ist keine Privatsache, sondern kann eine ganze Volkswirtschaft verlangsamen und die Kapazitäten des Gesundheitssystems an ihre Grenzen bringen“, mahnt May in einem Interview mit der Stuttgarter Zeitung. Dennoch gibt es hierzulande heftige Widerstände gegen das Impfen in der Offizin: Die Apothekerschaft ziert sich aus Sorge, dass die Ärzteschaft im Gegenzug das Dispensierrecht fordert, die Ärzte wiederum argumentieren mit der Gefahr von Komplikationen. Die könne nur ein ausgebildeter Mediziner beherrschen. „Aus der Praxis wissen wir, dass die Bedenken nicht gerechtfertigt sind“, wendet May ein. „Dass jemand aufgrund einer allergischen Reaktion sofort umfällt und ärztliche Behandlung braucht, ist ein Fall, der praktisch nie vorkommt.“

Geschult werden müsste das impfende Apothekenpersonal natürlich dennoch. Die Apotheker müssten wissen, wer für eine Impfung geeignet ist. Es bei der jetzigen Situation zu belassen, sei aber weitaus riskanter. Wichtigstes Argument ist dabei laut May die Niedrigschwelligkeit des Zugangs: Das Impfrecht für Apotheken würde nämlich nicht denjenigen helfen, die ohnehin regelmäßigen Arztkontakt haben. „Aber es gibt viele Menschen, die stark in ihre Arbeitsprozesse eingebunden sind“, so May. „Viele von denen würden sich impfen lassen, finden aber nicht die Zeit, werden selten darauf angesprochen, weil sie weniger bei Ärzten sind und haben vielleicht auch keine Lust, sich um einen Arzttermin zu bemühen.“

Einfach ausgedrückt: Vor allem jüngere Menschen, die mitten im Leben stehen, sind von der jetzigen Situation betroffen. „Die muss man erreichen, das ist wichtig“, so May. Stattdessen konzentriere sich die deutsche Debatte aber zu sehr auf die Risikogruppen, für die eine Grippe persönlich eine große Gefahr darstellt. „Aber das ist eine viel zu beschränkte Sicht.“ Denn auch die zahlenmäßig viel größere Zahl der Menschen, die keiner Risikogruppe angehören, können Menschen anstecken. Deshalb müssten gerade zum Schutz der Risikogruppen andere Menschen geimpft werden.

  • 1
  • 2

APOTHEKE ADHOC Debatte

Weiteres
Coronavirus

Schwere Verläufe und Komplikationen

Covid-19: Alzheimer-Gen als Risikofaktor?»

Kapazitätsprobleme durch Coronakrise<

BPhD warnt: 2000 Studenten vom Staatsexamen ausgeschlossen»

Phase-III-Studie abgeschlossen

Remdesivir: Wirksamkeit bestätigt»
Markt

IT-Umstellung

Apobank-Störung: Für Kunden nicht erreichbar»

„Keine Revolution, aber stetige Entwicklung“

Baden-Württemberg: Telemedizin für Häftlinge»

Fusion erst Ende 2021

Gehe/Alliance-Deal: McKesson schreibt Millionen ab»
Politik

Bundesbehörden

Verschmolzen: Dimdi unter dem BfArM-Dach»

Spahn-Verordnung

GKV: Pooling statt Corona-Massentests»

Umfrage zum Notdienst

Wort & Bild Verlag feiert Tag der Apotheke»
Internationales

Compassionate Use

Statt Propofol und Midazolam: Klinik testet Remimazolam  »

Infektionsketten

„Apturi Covid“: Lettland startet Corona-App»

Export-Startschuss für Portugal

Tilray erhält vollständige GMP-Zertifizierung»
Pharmazie

Malaria-Medikament

Artesunat: Behandlung schwerer Malaria»

Duale Immuntherapie

Opdivo/Yervoy gegen Lungenkrebs»

MS und Migräne

Akupunktur-Studie: Wunder-Nadeln gegen den Schmerz?»
Panorama

Wasser und Seife statt Sekt und Häppchen

Apotheker ohne Grenzen: Jubiläum in der Krise»

Corona-Impfstoff

Jeder Zweite würde sich impfen lassen»

Kriminelle verwüsten Apotheke

200.000 Euro Schaden: Apothekeneinbrecher gefasst»
Apothekenpraxis

Datenschutz: Wer darf abmahnen?

EuGH-Verfahren zu DSGVO-Abmahnungen»

Pille danach

EllaOne: Generika von Hexal, Mylan und Aliud»

OTC-Hersteller

Stada kauft Cetebe und Lemocin»
PTA Live

Tipps für den Rauchstopp

Bye, bye Zigarette!»

Schlechte Zahngesundheit

Jedes dritte Kind hat Karies»

Stiftung Warentest

Fischölkapseln & Co: „Einen Grund, solche Mittel zu nehmen, gibt es nicht”»
Erkältungs-Tipps

Maßnahmen zur Vorbeugung und Behandlung

Infekte in der warmen Jahreszeit»

Wenn der Schädel brummt

Ursachen von Kopfschmerz»

Für Ärzte und medizinisches Personal

Leitlinien: Empfehlungen zur Therapie»
Magen-Darm & Co.

Besondere Ernährungsformen

Low-carb und Keto: Verzicht auf Kohlenhydrate»

Gut gekaut ist halb verdaut

Mundhöhle: Startschuss für die Verdauung»

Komplikationen im Magen-Darm-Trakt

Blinddarmentzündung: Schmerzendes Anhängsel»
Kinderwunsch, Schwangerschaft & Stillzeit

Gebären während der Pandemie

Covid-19 und Geburt: Kein erhöhtes Infektionsrisiko»

Schwangerschaft und Covid-19

Kein erhöhtes Risiko für Ungeborene»

Wenn die Haut sich hormonell verändert

Schwangerschaftsexanthem – besondere Hautveränderung»
Medizinisches Cannabis

Teil 2: Belieferung & Dokumentation

How to: Cannabisrezept»

Cannabispreisverordnung

Tilray: „Auch wir haben auf die Änderungen reagiert“»

Die Inhaltsstoffe der Cannabispflanze

THC und CBD: Wo liegen die Unterschiede?»
HAUTsache gesund und schön

Fußpflege

Schöne Füße für den Sommer»

Mimikfalten, Krähenfüße & Co.

Hautalterung: Wenn Kollagen und Elastin schwinden»

Vorbereitung und Anwendungstipps

Selbstbräuner: Bräune aus der Tube»