Impfen in Apotheke

ABDA: Keine Lobbyarbeit für Herdenimmunität Lothar Klein, 22.06.2018 16:13 Uhr

Berlin - Beim Wirtschaftsforum im April bot DAV-Chef Fritz Becker der Politik noch an, das niedrigschwellige, flächendeckende Versorgungsangebot der Apotheken auszubauen. Als Beispiele nannte Becker Impfbereitschaft und Diabetesberatung: „Wir als Apothekerschaft sind bereit, neue Versorgungsangebote zu entwickeln und umzusetzen.“ Jetzt verstaubt das Angebot offenbar wieder in den ABDA-Schubladen. Denn einen entsprechenden Antrag des letzten Deutschen Apothekertages (DAT) will die ABDA „momentan nicht weiter lobbyieren“.

Beim DAT forderten die Delegierten die kommende Bundesregierung auf, „die Bemühungen zur Steigerung der Impfquote fortzuführen“ und „die vorhandenen heilberuflichen Kräfte in Deutschland zur Verbesserung der Durchimpfungsrate noch stärker als bisher zu bündeln“. Dazu seien „gemeinsam Konzepte zu entwickeln, die die niederschwellig und flächendeckend verfügbaren Kompetenzen der Apotheker sowohl beim Impfpass-Check als beispielsweise auch bei der Impfberatung oder bei der Durchführung von Auffrischungsimpfungen stärker als bisher nutzen, um so den hohen Bedarf sowohl an Aufklärungs- als auch Impfarbeit situationsgerecht und möglichst unkompliziert decken zu können“, lautete der Antrag der Apothekerkammer Berlin, der von den Delegierten in die Ausschüsse verwiesen wurde.

Im Bericht über die Behandlung der DAT-Anträge in den ABDA-Gremien aus dem letzten Jahr heißt es jetzt, dass „nach eingehender inhaltlicher Beratung im Geschäftsführenden Vorstand der ABDA“ und nach Abstimmung mit der Berliner Apothekerkammer beschlossen wurde, „die Durchführung von Impfungen in der Apotheke momentan nicht zu lobbyieren“. Voll unterstützen will die ABDA aber Aktionen, „die der Impfaufklärung dienen“.

Über die Gründe für den ABDA-Rückzieher lässt sich nur spekulieren. Bei den Ärzten war der Impfvorstoß nicht nicht gut angekommen. Womöglich will die ABDA ihre Lobbyarbeit für das Rx-Versandverbot auch nicht durch ein weiteres kontroverses Thema erschweren. Möglicherweise setzt die ABDA aber auch darauf, dass Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) den Apothekern in seinem „Masterplan Rx-Versandverbot“ neue Aufgaben zuteilen könnte.

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