Zurück zum Impfstoff-Monopol

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Berlin -

Mylan darf in Baden-Württemberg ab Juli 2017 zwei Jahre lang alle Grippeimpfstoffe exklusiv liefern. Bei der Ausschreibung der AOK hatte kein Hersteller ein Gebot für die Vakzine ohne Kanüle abgegeben. Daher bekommt der US-Konzern, der die Belieferung mit Kanüle gewonnen hatte, auch das Los ohne. Damit gibt es im Ländle – allen politischen Bestrebungen zum Trotz – ein Impfstoff-Monopol.

Exklusive Verträge zu Impfstoffen darf es eigentlich gar nicht mehr geben. Mit dem Gesetz zur Weiterentwicklung der Finanzstruktur und der Qualität in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV-FQWG) war beschlossen worden, dass die Kassen immer mit mindestens zwei Pharmaherstellern einen Vertrag schließen müssen.

Doch der Impfstoffmarkt ist überschaubar geworden: Die Generikahersteller haben sich zurückgezogen, andere Konzerne haben die Produkte der Konkurrenz mit übernommen. Drei Anbieter teilen sich den Markt: Mylan liefert Influvac (mit Kanüle) und Xanaflu (ohne Kanüle). Seqirus, ehemals bioCSL, hat neben Afluria die beiden ehemaligen Hexal-Vakzine Begripal und Fluad im Sortiment. Sanofi Pasteur MSD ist mit Vaxigrip vertreten. Ratiopharm und Stada hatten sich 2015 beziehungsweise 2016 zurückgezogen

Bei den Ausschreibungen der Krankenkassen für Grippeimpfstoffe steht das Ergebnis quasi schon vorab fest: Mylan bekommt immer öfter den Zuschlag für Vakzine mit Kanüle, Seqirus für Impfstoffe ohne. Das Joint Venture von Sanofi und MSD Sharp & Dohme, das zum Jahresende aufgelöst wird, hatte zuletzt keine Erfolge mehr zu vermelden.

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