Grippeimpfstoffe

Monopol für Mylan Patrick Hollstein, 27.12.2016 07:54 Uhr

Berlin - Wieder haben die Kassen in zwei Bundesländern Zuschläge für Grippeimpfstoffe bis 2019 erteilt, wieder gibt es nur einen Gewinner: Mylan. Der US-Konzern hat sich in den vergangenen Jahren eine marktbeherrschende Stellung erarbeitet, auch weil andere Hersteller das Handtuch geworfen haben. Die Vorgabe der Politik an die Kassen, bei Ausschreibungen mindestens zwei Anbieter unter Vertrag zu nehmen, läuft ins Leere.

Zahlen von IMS Health zeigen: Der Markt hat sich in den vergangenen drei Jahren rasant konsolidiert. Hatte der führende Hersteller 2013 noch einen Anteil von 35 Prozent, sind es in den ersten neun Monaten dieses Jahres 78 Prozent. Die Nummer 2 kommt nur noch auf 14 statt 22 Prozent, die Nummer 3 auf 4 statt 11 Prozent. Die Nummer 5 ist nicht mehr mit 6, sondern nur noch mit 1 Prozent vertreten. Der Rest ist von 12 Prozent in die Bedeutungslosigkeit abgestürzt.

Aktuell gibt es fünf Hersteller, 2013 waren es nach Daten von IMS noch doppelt so viele. Allerdings konzentriert sich der Umsatz zum großen Teil auf Mylan. Der US-Generikahersteller hatte den Geschäftsbereich vom Mutterkonzern Abbott übernommen und ist mit den in den Niederlanden hergestellten Vakzinen Influvac (mit Kanüle) und Xanaflu (ohne Kanüle) mittlerweile in zahlreichen Bundesländern Rabattpartner der Kassen. Bei den jüngsten Ausschreibungen bis 2019 war Mylan teilweise der einzige Bieter überhaupt.

Seqirus, bis Anfang des Jahres unter dem Namen bioCSL firmierend, hat neben Afluria seit einigen Monaten Begripal und Fluad im Sortiment. Die Vakzine gehörten zuvor Novartis beziehungsweise Hexal. Aktuell hat Seqirus mehrere Rabattverträge für den Impfstoff ohne Kanüle, sodass das Geschäft anziehen könnte.
  • 1
  • 2

APOTHEKE ADHOC Debatte

Weiteres
Markt

Kosmetik

Sonnen-Serie: Sebamed wagt sich ins Apothekenregal»

eRezept-Studie

Knappe Mehrheit der Apotheker lehnt eRezept ab»

eRezept-Studie von Dr. Kaske

Hersteller begrüßen direkten Draht in die Praxis»
Politik

Wechsel im Spahn Ministerium

BMG: Finanzexperte wird Staatssekretär»

Apothekensterben

Senat zählt Bremer Apotheken»

Kassenreform

Koalition: Gegenwind für Spahns Gesetz»
Internationales

Wettbewerbsbehörde

Frankreich: Versandhandel soll Apotheken retten»

Opioid-Epidemie

Schmerzmittel gegen Sex: Großrazzien bei Ärzten und Apothekern»

Schweiz

Zu teuer: Apotheken verweigern Abgabe von Harvoni»
Pharmazie

Sartane

In zwei Jahren: Maximal 0,03 ppm NDMA und NDEA»

Lieferengpass

Erwinase: Voraussichtlich ab Mitte Mai wieder lieferbar»

Obstipation

Abführ-Perlen: Aus Laxoberal wird Dulcolax»
Panorama

Grundschul-Exkurs

Pillen wie zu Fontanes Zeiten»

Studie

Immer mehr Menschen wegen psychischer Krankheit berufsunfähig»

Täter fordert Geld und Kondome

Zwei Schüsse auf Apotheker»
Apothekenpraxis

Apothekensterben

Studie: eRezept killt 7000 Apotheken»

PEI-Erhebung

Impfstoffmangel ist Alltag in Apotheken»

Lieferengpässe

Valsartan-Generika: Alles defekt»
PTA Live

Versicherungsschutz

Was tun bei einem Arbeitsunfall?»

LABOR-Debatte

Partnerschaften am Arbeitsplatz: Kann das gut gehen?»

Heilpflanzen im Frühjahr

Löwenzahn, die Pflanze der tausend Namen»
Erkältungs-Tipps

Zoonose

Wenn der Hund Schnupfen hat»

Erkältungstipps

Dampfinhalation – Mehr als nur heiße Luft»

Husten, Schnupfen, Heiserkeit

Der typische Erkältungsverlauf»
Magen-Darm & Co.

Magen-Darm-Beschwerden

Bauchschmerzen bei Kindern: Was steckt dahinter?»

Richtig rollen

Rollkur bei Gastritis»

Iberis amara

Bitterstoffe: Zeit für ein Comeback»