Kommentar

Fixum, Abschlag, pDL – Deal in Sicht?

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Berlin -

Vor dem Fixum kommt der Abschlag. Und die Rücklagen für pharmazeutische Dienstleistungen (pDL) sind noch nicht berücksichtigt. Oder doch? Legt man die Summen, um die es hier geht, zugrunde, könnte man einen Deal erahnen. Ganz nach dem Motto „Mankomania“: Wie verjubelt man die Millionen?

Laut Entwurf des Bundesgesundheitsministeriums (BMG) zum GKV-Beitragsstabilisierungsgesetz steigt der Kassenabschlag von 1,77 auf 2,07 Euro – und zwar unbefristet. Diese Maßnahme gehörte nicht zu den Vorschlägen der Finanzkommission Gesundheit.

Was anderseits fehlt, ist die von der Finanzkommission empfohlene Ausschüttung des pDL-Topfs an den Gesundheitsfonds.

Auch zum Fixum gibt es keine Regelung. Im Koalitionsvertrag versprochen waren 9,50 Euro, die Finanzkommission hatte eine Staffelung bis 2030 vorgeschlagen. Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) hatte zuletzt noch einmal betont, an dieser Zusage festhalten zu wollen.

Legt man die Summen, um die es hier geht, zugrunde, ergibt sich ein erstaunlich passendes Bild.

Die Anhebung des Fixums würde rund 920 Millionen Euro pro Jahr kosten. Im pDL-Topf lagen zuletzt 540 Millionen Euro. Und aus der Anhebung des Zwangsrabatts ergeben sich Einsparungen in Höhe von rund 240 Millionen Euro pro Jahr.

Würde man den pDL-Topf nicht an den Gesundheitsfonds ausschütten, sondern für das Fixum umwidmen, käme man dem versprochenen Honorar ziemlich nahe – wenn man von diesem den Zwangsrabatt in Abzug bringt. Nur rund 140 Millionen Euro würden fehlen – rund 18 Cent je Packung.

Allerdings müsste man wohl auch noch die 200 Millionen Euro berücksichtigen, die durch den Verzicht auf die empfohlenen Zyto-Ausschreibungen an Einsparungen außen vor bleiben. Andererseits hatte die Finanzkommission einen noch höheren Puffer eingeplant als das BMG.

Gewinnen könnten bei so einem Tableau alle Beteiligten: Warken hätte ihr Versprechen gehalten, die Apotheken ihr Fixum bekommen. Vor allem aber wäre die in der Apothekenreform vorgesehene Verhandlungslösung nicht auf Sankt Nimmerlein verschoben. Ausgehend vom höheren Fixum könnten die Apotheken dann zumindest versuchen, den Kassen einen jährlichen Zuwachs auf Grundlohnsumme abzuringen.

Vielleicht erklärt das, warum die Abda bislang weitgehend friedlich geblieben ist. Sicher ist das Ganze, sollte es überhaupt so erwogen werden, aber noch lange nicht.

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