Deprofessionalisierung und zusätzliche Kosten

KBV: „Bei Nebenwirkungen fragen Sie Ihre Apotheke“

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Berlin -

Erneut schießt die Ärzteschaft scharf gegen die Ausweitung der Leistungen in den Apotheken. Mit dem Apothekenversorgung-Weiterentwicklungsgesetz (ApoVWG) sollen neben der Akutversorgung mit bestimmten Rx-Arzneimitteln ohne Rezept und dem Ausbau des Impfangebotes auf alle Totimpfstoffe auch das Blutabnehmen in der Apotheke erlaubt werden. Die Ärzte sehen Rot: „Dann muss als Konsequenz auch gelten: Bei Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Apotheker oder Ihre Apothekerin.“

Der Vorstand der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), die Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) und die ärztlichen Berufsverbände hätten wiederholt darauf hingewiesen, dass mit dem ApoVWG zahlreiche originär ärztliche Aufgaben in die Apotheke verlagert würden. Dabei sei das Apothekenpersonal dafür nicht qualifiziert.

„Das gesamte Gesetzeswerk führt zum genauen Gegenteil von evidenzbasierter Medizin, wirtschaftlichem Handeln und der Vermeidung von Doppelstrukturen. Alle Hinweise sind von der Politik ignoriert worden“, heißt es in einer gemeinsam Mitteilung der KBV und den KVen. Die Konsequenzen seien gravierend und bescherten den Praxen erheblichen Mehraufwand, den sie weder verursacht noch zu verantworten hätten.

„Deprofessionalisierung, eine ungesteuerte Leistungsausweitung, zusätzliche Kosten, eine zunehmende Verunsicherung der Patienten und damit verbunden ein zusätzlicher Beratungs- und Abklärungsbedarf in den Praxen sind die heftigen Folgewirkungen dieses Gesetzes“, so die KBV-Vorstände Dr. Andreas Gassen, Dr. Stephan Hofmeister und Dr. Sibylle Steiner.

„Doch an dieser Stelle muss klar gesagt werden: Wenn Politik will, dass sich Patienten in Apotheken auf das Abenteuer einer Blutentnahme einlassen oder sich anlasslos testen lassen sollen, dann muss als Konsequenz auch gelten: Bei Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Apotheker oder Ihre Apothekerin“, so die Vorstände.

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