Hänel wirft Warken Wortbruch vor

„Auf Terminator folgt Eiskönigin“

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Berlin -

Mit „fassungslosem Entsetzen“ reagiert die Freie Apothekerschaft (FA) auf die vom Bundesgesundheitsministerium (BMG) angekündigten Maßnahmen zur GKV-Finanzierung. Statt der im Koalitionsvertrag versprochenen Stärkung der Vor-Ort-Apotheken gebe es einen beispiellosen Wortbruch. Besonders die Erhöhung des Kassenabschlags und das Abwälzen des erhöhten Inkasso-Risikos bei Zuzahlungen markierten den Beginn einer „gesundheitspolitischen Eiszeit“.

„Karl Lauterbach mag der Terminator der Apotheken gewesen sein, doch Nina Warken präsentiert sich heute als die Eiskönigin der Versorgung“, kommentiert die FA-Vorsitzende Daniela Hänel. „Mit einer juristischen Kälte, die jeglichen Bezug zur Realität der Menschen vor Ort verloren hat, besiegelt sie das Apothekensterben in Deutschland.“

Dass der Kassenabschlag über die aktuellen 1,77 Euro hinaus erhöht werde, sei ein ökonomischer Blindflug. „In Zeiten von zweistelliger Inflation und explodierenden Personalkosten entzieht das BMG den Betrieben die letzte Liquidität.“

Die geplante Erhöhung der Zuzahlungen belaste nicht nur die Patienten, sondern mache die Apotheken zum unbezahlten Inkasso-Büro der Krankenkassen. „Wir tragen das volle finanzielle Risiko und den bürokratischen Aufwand, während die GKV die Gewinne einstreicht. Das ist eine unzumutbare Belastung unter voller Privathaftung der Inhaber. Die wohnortnahe Versorgung werde den Verwaltungsapparaten der Krankenkassen geopfert.

Sofortige Kurskorrektur

Die FA fordert Warken auf, die einseitigen Belastungen der Leistungserbringer zu stoppen. „Bevor man die Versorgung der Bevölkerung durch Honorarkürzungen gefährdet, müssen sowohl der Bund die finanzielle Verantwortung zur Übernahme ausreichender Krankenkassenbeiträge für Bürgergeldbeziehende übernehmen und die massiven Einsparpotenziale in der Verwaltung der über 90 Krankenkassen und die Deckelung der dortigen Vorstandsgehälter realisiert werden“, so Hänel.

Die FA kündigt an, die Bevölkerung zu den Konsequenzen der Maßnahmen der Koalition aufzuklären. „Wer die Arzneimittelversorgung derart eiskalt aufs Spiel setzt, wird die Folgen in einer weiteren Verschärfung des Apothekensterbens und versorgungsleeren Räumen sehen.“

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