Apotheker Erik Tenberken will aus dem Bundesverband Deutscher Versandapotheken (BVDVA) austreten. Der Inhaber der Kölner Birken-Apotheke und der Versandapotheke Fliegende Pillen fühlt sich dort politisch nicht gut aufgehoben. Er kritisiert, dass Versandkonzerne wie Redcare assoziierte Mitglieder sind, sich aber nicht an die deutschen Regeln hielten.
Tenberken ist Versandapotheker der ersten Stunde und stellt sich öffentlich mit unterschiedlichen Aktionen gegen ausländische Versender wie etwa DocMorris. Auch beim BVDVA ist seit vielen Jahren Mitglied. Doch die Aktionen von Shop Apotheke und DocMorris was etwa die Zuzahlung betrifft, will er nicht länger dulden: „Ich bin es leid, für die gesetzlosen Holländer das Deckmäntelchen zu spielen“, sagt er. Deshalb sei eine Kündigung an den BVDVA abgeschickt worden.
Der BVDVA trete als Interessenvertretung der „deutschen“ Versender auf, sagt er. Tatsächlich würden jedoch die Machenschaften der ausländischen Mitbewerber nicht bewertet. „Ich habe nicht gehört, dass mal etwas zu deren Boni gesagt wurde. Still ruht der See.“ Dabei gehe es um viel Geld, sagt er mit Verweis auf den jährlich stattfindenden Kongress.
„Prinzipiell bin ich der Meinung, man sollte miteinander sprechen, aber wenn die andere Seite sich an nichts hält, ist das vergebens. Die Holländer sind zwar dem Liefervertrag mit den Krankenkassen beigetreten, aber halten sich null daran. Einer deutschen (Versand-)Apotheke hätte man längst die Lizenz entzogen“, sagt Tenberken.
Der BVDVA begreift sich als „Dienstleister der zugelassenen deutschen Versandapotheken und schützt deren berufliche, wirtschaftliche und politische Interessen“. Er arbeitet laut eigenen Angaben auf Landes- und Bundesebene und engagiert sich für die Sicherstellung einer hohen Qualität der pharmazeutischen Versorgung im Arzneimittelversandhandel, wobei die bestmögliche pharmazeutische Beratung und Betreuung der Patienten im Fokus steht.
Als assoziierte Mitglieder werden Redcare Pharmacy und DocMorris gelistet. Fördermitglieder sind unter anderem DHL und Hermes. „Dort sind die Paketzahlen der Holländer auch größer als bei deutschen“, sagt Tenberken.