Arzneimittel und Gen Z

Weleda: Instagram als Apothekenbrücke

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Berlin -

Bei Weleda soll die Transformation weitergehen. Bei Naturkosmetik ist es Firmenchefin Tina Müller gelungen, die Generation Z für die Marke zu begeistern. Im nächsten Schritt sind Arzneimittel an der Reihe. „Das wird schwieriger“, räumt sie ein. Wichtig sei, über Instagram aufmerksam zu machen – Beratung und Abgabe verbleiben in der Apotheke.

Weleda erwirtschaftete im vergangenen Jahr einen Rekordumsatz – insgesamt rund 485 Millionen Euro wurden erlöst. Die Investitionen in die Markenerneuerung und Produkteinführungen waren dabei überproportional hoch. Im Bereich Kosmetik zahlte sich der Einsatz aus, das Geschäftsfeld legte um 10 Prozent zu, die Pharmasparte verzeichnete dagegen ein Minus von 6 Prozent.

Gesundheitsfragen der Gen Z

Das soll sich jetzt ändern. Müller will mit Weleda bei Gesundheitsfragen auch die junge Generation ansprechen – und setzt dabei unter anderem auf Instagram. „Die Gen Z informiert sich zu Gesundheit längst im Feed. Die einzige offene Frage ist: bei wem. Wir finden, diese Antwort sollte nicht dem nächsten viralen Halbwissen überlassen bleiben – sondern einer Marke mit über 100 Jahren Naturkompetenz“, sagt Müller. „Wir haben die Gen Z für Naturkosmetik begeistert. Jetzt machen wir weiter mit unseren Gesundheitsprodukten.“

Der Kanal sei bewusst getrennt von der Kosmetik. Denn dabei gehe es um Ästhetik, Performance und die Lust am Ausprobieren – das lasse sich leicht zeigen. „Bei Arzneimitteln geht es um persönlichere Themen und komplexere Fragen, die Hintergrund brauchen. Ein anderer Ton braucht einen eigenen Ort. Deshalb der eigene Kanal“, sagt Co-Pharmachefin Dr. Stefanie Häfele.

Drei Fokusfelder von Weleda

Wichtig sei, dass für die „Gen Z“ keine eigenen Produkte erfunden worden sind. „Verdauung, Stress und Schlaf, Augengesundheit – unsere drei Fokusfelder decken hochaktuelle Gesundheitsthemen aller Generationen ab. Neu ist der Kanal, nicht das Portfolio.“

Die Apotheken spielten dabei eine wichtige Rolle. Denn die Arzneimittel sind apothekenpflichtig. „Instagram schafft Aufmerksamkeit und Wissen. Beratung und Abgabe bleiben in der Apotheke. Der Kanal ist kein Ersatz für die Apotheke, sondern eine Brücke dorthin.“ Am Ende gehe es um die Botschaft, nicht irgendetwas von irgendwo zu bestellen, sondern bei Gesundheit auf bekannte, vertrauenswürdige Partner zu setzen.

Müller betont, dass es bei Gesundheit um Vertrauen und Wirkung gehe. Informationen sollten nicht von viralem Halbwissen stammen. „Das braucht mehr als ein schönes Bild“, sagt sie.

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