Pharma unter Erwartungen

Weleda: Raus aus der „Öko-Nische“

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Berlin -

Weleda hat im vergangenen Jahr viel Geld in die Hand genommen. Das treibt den Umsatz, Abstriche beim Gewinn nimmt der Naturkosmetikhersteller dafür in Kauf.

Hohe Investitionen in die Modernisierung der Marke, den Ausbau des Produktportfolios sowie in die Marketingkommunikation für neue Produkte hätten das Wachstum deutlich beschleunigt, zugleich aber die Ertragsentwicklung vorübergehend belastet. Das operative Ergebnis (Ebit) fiel deutlich von 23 Millionen Euro auf 9,5 Millionen Euro. Unter dem Strich sei das Ergebnis von 19 Millionen Euro auf 3,4 Millionen Euro gefallen, teilte ein Sprecher mit.

„Wir bringen die Marke aus der Öko-Nische in die breite Bevölkerung und in jüngere Zielgruppen, um sicherzustellen, dass Weleda für möglichst viele Menschen relevant bleibt“, sagte Chefin Tina Müller. Und: „Wenn eine Marke nicht mit der Zeit geht, geht sie mit der Zeit.“

Treiber des Wachstums im vergangenen Jahr war die Kosmetik-Sparte, die mehr als 80 Prozent des Umsatzes einbrachte. Sie wuchs um mehr als 9 Prozent auf rund 402 Millionen Euro. „Unsere Innovationsoffensive zahlt sich aus“, sagte Müller laut Mitteilung. Noch nie habe Weleda so viele Produkte erfolgreich auf den Markt gebracht wie im vergangenen Jahr.

Rückgänge bei Pharma

Die Umsätze der Geschäftseinheit Pharma seien in einem herausfordernden Umfeld hingegen um mehr als 6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf rund 83 Millionen Euro gesunken. Die Geschäftsentwicklung sei durch strukturelle Veränderungen im stationären Apothekenmarkt in Deutschland und eine insgesamt schwächere Nachfrage im homöopathischen und anthroposophischen Segment beeinträchtigt worden.

Warum der Kosmetikbereich so wichtig ist

„Der Pharmabereich ist hinter den Erwartungen zurückgeblieben“, sagte Müller. Die Kosmetik trage Weleda. „Sie gleicht die Verluste aus, die wir im Pharmabereich machen. Deswegen ist es lebenswichtig, dass die Kosmetik gut aufgestellt ist und wächst“, sagte Müller. Zuletzt kündigte die Unternehmenschefin an, auch mehr in den Pharmabereich investieren zu wollen.

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