CDU-Apothekerin kritisiert Sparpläne

„Wir Apotheken sind die bösen Geldeintreiber“

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Berlin -

Die geplanten Sparmaßnahmen im Gesundheitssystem treffen die Apotheken an mehreren Stellen. „Da werden tausende Euro fehlen“, mahnt Dr. Sabine Mickeler aus Neuhausen. Die Inhaberin der Löwen-Apotheke ist CDU-Stadträtin in Esslingen und „enttäuscht“ von Parteikollegin und Gesundheitsministerin Nina Warken. Was die Apothekenthemen angeht, fühlt sie sich im Stich gelassen.

Mickeler kritisiert die Sparpläne von Warken. „Die Apotheken bemühen sich und alles läuft ins Leere.“ Dass der Kassenabschlag mit dem GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz um 30 Prozent erhöht werde, sei „der Hammer“, sagt sie. „Ich habe Frau Warken kennengelernt und nett mir ihr geredet. Sie hat mir in die Augen versprochen, das Fixum zu erhöhen.“ Aber wann solle das kommen – und in welcher Höhe?

Apothekenkunden in den Versand getrieben

Stattdessen gebe es vorher Einschränkungen, die die wirtschaftliche Situation der Apotheke hart träfen. Allein die Anhebung der Zuzahlung auf Arzneimittel um 50 Prozent tangiere die Apotheken, mahnt sie. „Wir sind die bösen Geldeintreiber der Krankenkassen, das ist unser Todesstoß.“ Denn dadurch würden viele Kundinnen und Kunden weiter in den Versand getrieben.

Die Patientinnen und Patienten achteten auf ihr Geld. „Wenn sie dann abends im Fernsehen Herrn Jauch sehen, denken sie natürlich darüber nach, über die Nachlässe sparen zu können, und bestellen bei holländischen Versendern.“ Die Politik übersehe dabei, dass das Gesundheitssystem für die nächsten Generationen erhalten und geschützt werden müsse. Dazu gehörten die Apotheken als niedrigschwellige Anlaufpunkte.

Auch die Entlastungsprämie in Höhe von 1000 Euro sei nicht machbar. „Ich habe zwölf Angestellte, wo soll ich das hernehmen?“ Natürlich hätten es alle Mitarbeitende verdient. „Wir zahlen schon übertariflich, um unsere Leute zu halten.“

Apothekerin sorgt sich

Die Apothekerin kritisiert die CDU für die Sparpläne. Nach jahrelangem Honorarstillstand hätten die Apotheken genug Opfer gebracht. Das Problem sei, dass auf kommunaler Ebene der Rückhalt und das Verständnis der Parteikollegen für die Apotheken vorhanden sei. „Den großen Plan auf Bundesebene kenne ich nicht und ich verstehe die Bundesregierung. Das bereitet mir große Sorgen.“

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