Corona-Erlass für Pharmaziestudenten

, Uhr

Berlin - Mehrfach hat die Abda in der letzten Zeit auf die Corona-bedingten Probleme für den Pharmazienachwuchs hingewiesen und vergleichbare Flexibilisierungen des Studiumablaufs wie bei Ärzten und Zahnärzten von der Bundesregierung eingefordert. Diese Wünsche wurden jetzt erhört: Kurz vor der abschließenden Beratung des 2. Corona-Maßnahmenpakets hat die Koalition einen entsprechenden Änderungsantrag vorgelegt. Der wird heute im Gesundheitsausschuss besprochen und morgen mit dem Gesetzespaket im Bundestag verabschiedet.

Im Rahmen des 2. Gesetzes zum Schutz der Bevölkerung bei einer epidemischen Lage von nationaler Tragweite wird zur Flexibilisierung des Pharmaziestudiums das Infektionsschutzgesetz angepasst: „Aufgrund der weiterbestehenden epidemischen Lage von nationaler Tragweite ist der Lehrbetrieb an den Hochschulen weiterhin nur eingeschränkt möglich. Dies hat auch Auswirkungen auf das Studium der Pharmazie“, heißt es in der Begründung. Damit das Studium dennoch fortgeführt werden könne, werde wie für die Medizin und die Zahnmedizin nunmehr auch für die Pharmazie eine Abweichungsmöglichkeit von der entsprechenden Approbationsordnung vorgesehen. Demnach können „die Zeitpunkte, die Zulassungsvoraussetzungen und die Anforderungen an die Durchführung der einzelnen Abschnitte der Pharmazeutischen Prüfung sowie die Anforderungen an die Durchführung der Ausbildungsabschnitte“ angepasst werden und „alternative Lehrformate“ eingeführt werden, „um die Fortführung des Studiums zu gewährleisten“.

„Die Regelungen ermöglichen eine Flexibilisierung des Ausbildungs- und Prüfungsgeschehens. Zudem wird klargestellt, dass zur Unterstützung oder zum Ersatz vorgeschriebener Lehrveranstaltungen alternative, insbesondere digitale Lehrformate vorgesehen werden können. Dies gilt sowohl für Vorlesungen und Seminare als auch für die praktischen Lehrveranstaltungen“, so der Änderungsentwurf weiter. Die Übergangsregelungen zum Pharmaziestudium sollen über den 31. März 2021 hinaus gelten. Andere Corona-Maßnahmen sind entsprechend befristet.

In ihrer letzten Stellungnahme zum 2. Corona-Maßnahmenpaket hatte die Abda ihre Forderung nach Flexibilisierung des Pharmaziestudiums ausführlich begründet. „Auch der Lehrbetrieb im Studiengang Pharmazie ist aufgrund der weiter bestehenden epidemischen Lage von nationaler Tragweite auf derzeit nicht absehbare Zeit nur eingeschränkt möglich“, so die Abda. Ebenso wie bei der ärztlichen oder zahnärztlichen Ausbildung könne es in der Zukunft Probleme bei der Durchführung der einzelnen Abschnitte der Pharmazeutischen Prüfung geben. Flexibilität sei notwendig, sodass die Studierenden und Pharmazeuten im Praktikum (PhiP) ihre Ausbildung in der vorgesehenen Zeit absolvieren könnten, und es nicht zu einem „Rückstau“ in der Ausbildung komme. Damit würde im Bedarfsfall auch vermieden, dass die Apotheker später als vorgesehen dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stünden und somit die angespannte Arbeitsmarktsituation bei Apotheker nicht noch weiter verschärft werde.

  • 1
  • 2

APOTHEKE ADHOC Debatte

Mehr zum Thema

Impfwoche: Halbe Million Erstimpfungen
Corona-Impfungen: Spahn will Steueranreize »
Podcast NUR MAL ZUM WISSEN
100-Tage-Plan für Apotheken »

Mehr aus Ressort

Kanzlerin trifft Pharmakonzern
Merkel zu Besuch bei MSD »
Festes Datum für Ende von Corona-Auflagen
Bundesregierung vorerst gegen „Freedom Day” »
Weiteres
Apotheker baut Botendienst massiv aus
Doppeltour als E-Rezept-Vorbereitung»
Herausforderung Taxation
E-Rezepte im Krankenhaus»
Wie soll es funktionieren?
FAQ: Die PTA und das E-Rezept»
Neuer OTC-Deutschlandchef
Von Weleda zu Stada»
Healthcare statt Kindermode
Neue OTC-Chefin für Sanofi»
Kanzlerin trifft Pharmakonzern
Merkel zu Besuch bei MSD»
Festes Datum für Ende von Corona-Auflagen
Bundesregierung vorerst gegen „Freedom Day”»
Rückrufe wegen giftiger Azidoverbindungen
Losartan mit mutagener Verunreinigung»
Corona-Impfstoff wirkt bei 5- bis 12-Jährigen
Comirnaty: Niedrigdosierung für Kinder erfolgreich»
Rätselbilder für echte Kenner
Zu wem gehört das Logo?»
Dokumentation, Standardisierung & Co.
Patientensicherheit in der Rezeptur»