Psoriasis und Schwangerschaft

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Berlin - Frauen, die unter Psoriasis leiden, sollten eine Schwangerschaft planen. Denn nicht alle Medikationen sind für die Schwangerschaft und Stillzeit geeignet. Gut geplant, kann die Frau frühzeitig auf eine passende Therapie umgestellt werden. Doch immer noch gut die Hälfte aller Psoriasis-Patientinnen wird ungeplant schwanger.

Mehr als zwei Millionen Deutsche leiden unter den Symptomen der Schuppenflechte. Die Ursachen sind bis heute nicht vollständig geklärt. Mittlerweile weiß man, dass es bei vielen Betroffenen nicht nur die stark verhornten und geröteten Hautstellen sind, die als quälend empfunden werden – Psoriasis ist eine systemische Erkrankung, die auch Auswirkungen auf andere Organe haben kann. Zudem leiden vor allem Frauen unter Ausgrenzung und Stigmatisierung. Viele kommen zum Arzt/zur Ärztin mit dem Wunsch nach einer effektiven Medikation, alleine um ein besseres äußeres Erscheinungsbild zu erhalten. Der psychische Druck kann enorm sein. Begleiterscheinungen wie Depression können auftreten.

Wenn es dann noch zum Kinderwunsch der Frauen kommt sind einige Patientinnen überfordert. Dabei gibt es mittlerweile gute Erkenntnisse darüber, welche Wirkstoffe in der Schwangerschaft und Stillzeit angewendet werden können und welche nicht. Wichtig bei der Betreuung der Patientinnen ist der wiederholte Hinweis darauf, dass eine Schwangerschaft bei bestehender Medikation geplant werden sollte. So kann die Therapie im zeitlichen Abstand zur Schwangerschaft umgestellt werden. Hierbei müssen unterschiedlich lange Auswaschungsphasen der einzelnen Wirkstoffe beachtet werden, sodass sich die Frau gemeinsam mit ihrem Partner einige Monate vor der geplanten Schwangerschaft zusammensetzen sollte, um über den notwendigen bevorstehenden Therapiewechsel zu sprechen. Im nächsten Schritt sollte die Konsultation des Arztes/der Ärztin erfolgen.

Certolizumab – Mittel der Wahl in der Schwangerschaft

Der Wirkstoff Certolizumab weist für Frauen mit Kinderwunsch einen großen Vorteil auf. Der pegylierte Antikörper kann in allen Stadien der Schwangerschaft und Stillzeit appliziert werden, da kein aktiver Plazentatransfer aufgrund einer Fc-freien Molekülstruktur stattfindet. Kleine Studien zeigen, dass ein Certolizumab-Transfer während der Schwangerschaft und Stillzeit praktisch nicht stattfindet. Hierfür wurden unter anderem immer wieder Blutproben der Säuglinge untersucht. Aufgrund der Erkenntnisse wurde die Fachinformation bezüglich Schwangerschaft und Stillzeit im Juni 2018 aktualisiert. So heißt es in der Fachinformation: „Daten von mehr als 500 prospektiv gesammelten Schwangerschaften, in denen Cimzia (Certolizumab,UCB) angewendet wurde und deren Schwangerschaftsausgang bekannt war, deuten darauf hin, dass Cimzia keine Auswirkungen auf Fehlbildungen hat. Diese Daten beinhalten auch mehr als 400 Schwangerschaften, in denen Cimzia im ersten Trimester angewendet wurde.“

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