Hydroxychloroquin: Psoriasis-Induktion möglich?

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Berlin - Der Wirkstoff Hydroxychloroquin rückte in den vergangenen Monaten aufgrund einer möglichen Wirkung gegen Covid-19 in den Fokus. Normalerweise wird der Arzneistoff aus der Klasse der Antiprotozoika gegen Malaria, rheumatoide Arthritis und Hauterkrankungen wie Photodermatosen Lupus erythematodes eingesetzt. Jetzt konnten Forscher einen Zusammenhang zwischen der Entstehung von Psoriasis und der Einnahme von Hydroxychloroquin ausmachen.

Psoriasis gehört zu den Erkrankungen der pustulösen Dermatosen. Bis heute ist der Grund für die Entstehung nicht vollständig geklärt. Die Krankheit tritt jedoch familiär gehäuft auf. Neuere Forschungen weisen darauf hin, dass nicht die Keratinozyten, sondern Melanozyten-Proteine der eigentliche Auslöser der Autoimmunreaktion sein könnten. Bestimmte Arzneimittel, darunter Betablocker, ACE-Hemmer und gewisse Antibiotika, konnten bereits als Triggerfaktor für die Hauterkrankung ausgemacht werden. Nun konnten Forscher innerhalb eines systematischen Reviews zeigen, dass Hydroxychloroquin bei 50 Prozent der Patienten zu einer Psoriasis führte.

Die Wissenschaftler untersuchten in dem systematischen Review, ob zwischen der Einnahme von Hydroxychloroquin und dermatologischen Wirkungen, einschließlich Verschlimmerung einer Psoriasis, ein Zusammenhang besteht. Die herangezogenen Daten stammen aus den Datenbanken Embase und Medline. Für die Analyse infrage kamen 15 Studien, in denen insgesamt 18 Patienten eine Psoriasis entwickelten. Einer dieser Patienten wurde aufgrund von Covid-19 mit Hydroxychloroquin behandelt. Bei den restlichen Indikationen handelte es sich um verschiedene rheumatische Erkrankungen. Die Patienten waren zwischen 25 und 71 Jahre alt. Die 18 Patienten teilten sich wie folgt auf: 14 Frauen (77,8 Prozent), zwei Männer (11,1 Prozent), zweimal wurde das Geschlecht nicht angegeben (11,1 Prozent). 50 Prozent der 18 Patienten, die von Komplikationen im Zusammenhang mit Psoriasis aufgrund der Anwendung von Hydroxachloroquin berichteten, hatten zuvor keine Psoriasis. Fünf Patienten berichteten über eine Verschlechterung der Symptomatik vier Patienten schilderten nach der Einnahme einen Psoriasis-Rückfall.

Problem – Fallberichte

Problematisch an der Untersuchung: Alle zusammengefassten Studien sind Fallberichte und Fallserien. Größere Studien fehlen. Eine Generalisierbarkeit der Ergebnisse ist kaum möglich. Psoriasis ist eine komplexe Erkrankung, die aufgrund zahlreicher Auslöser und Co-Morbiditäten getriggert werden kann. Deshalb ist es schwierig, die Entwicklung einer Psoriasis allein auf die Verwendung von Hydroxychloroquin zurückzuführen. Die Autoren der Untersuchung gehen davon aus, dass die Effekte auf die Inhibition der epidermalen Transglutaminaseaktivität zurückzuführen sein könnten. Unter der Einnahme von Hydroxychloroquin würde die Hautbarriere gestört und folglich „poröser“ werden – diese Veränderung könnte zu einer Exzazerbation der Psoriasis führen. Durch die Produktion von Interleukin (IL) -17-über eine p38-abhängige IL-23-Freisetzung könnte der Wirkstoff darüber hinaus auch das Wachstum der Keratinozyten fördern.

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